Erdmandelgras

Befall mit Erdmandelgras

Landwirte, die auf ihren landwirtschaftlich genutzten Flächen Erdmandelgras entdecken, sollen dies melden. Der Kanton Solothurn will so eine weitere Verschleppung verhindern und eine koordinierte und wirksame Bekämpfung möglich machen. Erdmandelgras (lat. Cyperus esculentus) zählt zu den invasiven Neophyten, die einheimische Pflanzenarten verdrängen. Die kantonale Strategie zur Bekämpfung und Kontrolle von Neophyten sieht die Bekämpfung als wichtigste Massnahme vor, um eine weitere Ausdehnung von befallenen Flächen und eine Verschleppung zu verhindern. Eine zielführende Bekämpfung des Erdmandelgrases setzt allerdings voraus, dass die Befallsflächen bekannt sind. Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter werden deshalb angehalten, den Befall von Flächen mit Erdmandelgras künftig umgehend bei der Zentralstelle für umweltschonenden Pflanzenbau zu melden.

Diese trägt die Befallsorte im Web-GIS "Neophyten" ein. Diese Karte ist über das Geoportal des Kantons Solothurn allen Personen zugänglich. Die Zentralstelle informiert die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter sowie die landwirtschaftlichen Lohnunternehmer der betroffenen Regionen jährlich über die Befallsentwicklung und unterstützt sie fachlich bei einer zielgerichteten und effektiven Bekämpfung.   

 Die Neophytenkarte finden Sie hier.

Die Standorte mit Erdmandelgras sind mit braungefärbten Quadraten markiert.

Ab Frühling 2019 ist die Meldung über eine Mobile-App und die Darstellung in einer separaten Karte geplant.

Grosses Schadenpotenzial

Experten zählen das Erdmandelgras zu den Unkräutern mit dem grössten Schadenpotenzial. Es ist inzwischen im ganzen Mittelland verbreitet, im Kanton Solothurn sind vor allem die Bezirke Wasseramt, Bucheggberg, Lebern und Gäu betroffen. Die Erdmandeln entwickeln sich vor allem auf Ackerflächen in Frühjahrskulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben, seltener im Getreide. Die Knöllchen des Erdmandelgrases bleiben über Jahre keimfähig. Dies begünstigt eine Verbreitung über landwirtschaftliche Maschinen. Die Bekämpfung ist äusserst schwierig und muss über mehrere Jahre erfolgen. Ein etablierter Erdmandelgras-Bestand kann die Kulturpflanzen so stark konkurrenzieren, dass im Mais Ertragseinbussen bis 60%, bei Kartoffeln und Zuckerrüben sogar Totalausfälle möglich sind.