Adoption

Am 17. Juni 2016 hat die Bundesversammlung die neuen Bestimmungen zur Adoption (Revision des ZGB) beschlossen. Die Referendumsfrist ist unbenutzt abgelaufen. Per 1. Januar 2018 treten diese neuen Bestimmungen in Kraft.

Weitere Informationen

Hinweise zur Adoption nach Schweizer Recht

Nach Schweizer Recht können Personen adoptieren, welche in der Schweiz Wohnsitz haben. Die internationale Adoption richtet sich nach dem sogenannten "Haager Übereinkommen". Grundsätzlich wird auf die im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) enthaltenen Bestimmungen zum Adoptionsrecht, die Artikel 264 bis 269c verwiesen. Nachfolgend fassen wir die wichtigsten Bestimmungen zusammen:

Zuständigkeit

Die Adoption wird von der zuständigen Behörde des Wohnsitzkantons ausgesprochen (Art. 268 ZGB); im Kanton Solothurn ist dafür das Volkswirtschaftsdepartement zuständig.
Einzureichen ist das Gesuch bei:

Zivilstandsaufsicht
Amthaus 2
4502 Solothurn

Voraussetzungen

a)Gemeinschaftliche Adoption (Art. 264a Abs. 2 ZGB): Ehegatten können nur gemeinschaftlich adoptieren. Sie müssen fünf Jahre verheiratet sein oder das 35. Altersjahr zurückgelegt haben.
b)Stiefkindadoption (Art. 264 a Abs. 3 ZGB): Eine Person darf das Kind ihres Ehegatten adoptieren, wenn die Ehegatten seit mindestens fünf Jahren verheiratet sind (Neue Gesetzesregelung ab 1.1.2000)
c)Einzeladoption (Art. 264b ZGB): Eine unverheiratete Person darf adoptieren, wenn sie das 35. Altersjahr zurückgelegt hat

Pflegedauer

Eine Adoption ist in jedem Fall nur möglich, wenn die Pflegeeltern bzw. der Stiefelternteil dem Kind während wenigstens einem Jahr Pflege und Erziehung erwiesen haben (Art. 264 ZGB; neue Frist seit 1.1.2003).

Altersunterschied

Das Kind muss wenigstens 16 Jahre jünger sein als die Adoptiveltern bzw. der Stiefelternteil (Art. 265 ZGB).

Zustimmungen

Die leiblichen Eltern des Kindes müssen der Adoption zustimmen (Art. 265a ZGB). An die Abgabe einer solchen Zustimmungserklärung sind besondere Formvorschriften gebunden. Die zuständige Kindsschutzbehörde oder auch die Abteilung Zivilstand und Bürgerrecht des Volkswirtschaftsdepartementes wird Sie diesbezüglich gerne beraten.

Die Adoption des bevormundeten Kindes bedarf der Zustimmung der Kindsschutzbehörde (Art. 265 Abs. 3 ZGB).

Die Zustimmung des Kindes ist erforderlich, wenn es urteilsfähig ist (Art. 265 Abs. 2 ZGB).

Haben die Adoptiveltern Nachkommen, so ist deren Meinung zur Adoption zu würdigen (Art. 268a ZGB).

Wirkungen

Das Adoptivkind erhält die Rechtsstellung eines eigenen Kindes der Adoptiveltern. Führen die Adoptiveltern einen gemeinsamen  Familiennamen, erhält es ihren Familiennamen. Die Abteilung Zivilstand wird Sie bei namensrechtlichen sowie bürgerrechtlichen Fragen spezifisch beraten. Die Mündigenadoption hat keine bürgerrechtlichen Wirkungen. Es wird Ihnen gegenüber erbberechtigt wie ein in der Ehe geborenes Kind.

Das bisherige Kindesverhältnis erlischt; vorbehalten bleibt es zum Elternteil, der mit dem Adoptierenden verheiratet ist (Art. 267 ZGB).

Bei der Adoption kann dem Kind ein neuer Vorname gegeben werden (Art. 267 Abs. 3 ZGB).