Zu Besuch in der Lehrwerkstatt von DePuy Synthes

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Bericht aus DBK aktuell 8/17

    Knochenarbeit von Kopf bis Fuss

    Bemalte und signierte Gipsverbände gehörten zu unserer Jugend wie das BMX oder die Rollschuhe, gelten aber heute als Auslaufmodell der Knochenbruchtherapie. Raffiniertere Verfahren, die auf hochwertige Implantate und modernste Biomaterialien setzen, haben die mechanische Fixierung weitgehend abgelöst. Marktführend bei der Entwicklung und Produktion solcher Medizinaltechnik ist die Firma DePuy Synthes, die ihren europäischen Hauptsitz vor ein paar Jahren ans Aareufer bei Solothurn verlegte. Ihrer Lehrwerkstätte in Bettlach durfte Landammann Dr. Remo Ankli mit einer Delegation des DBK am 30. Oktober einen Besuch abstatten.

    Über den Köpfen der 53 Lehrlinge und ihrer Betreuer prangt etwas übergross der Leitgedanke des Unternehmens: Eine effiziente Ausbildung solle gewährleisten, dass die Jugendlichen zu kompetenten und flexiblen Berufsleuten heranwachsen, die nicht nur fachlich, sondern auch gesellschaftlich zu bestehen vermögen. Von der Umgebung, in welcher diese Kompetenzen gedeihen sollen, zeigt sich der Landammann beeindruckt: Die moderne Infrastruktur mit ihren hochtechnologisierten Produktionsanlagen bilde eine wichtige Grundlage für eine solide Berufsausbildung, meint er und lässt sich von den Lernenden ihr Handwerk und ihre Apparaturen erklären: Eine junge Dame führt die komplexe Steuerungstechnik einer CNC-Maschine vor, ein Jüngling fräst mit ruhiger Hand  Formen aus einem Metallteil, und an einem „Pneumatikarbeitsplatz” erläutert ein anderer Lernender, was bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung wichtig sei. Es entstehen Präzisionsinstrumente, die schliesslich im Bereich der Orthopädie, der Unfallchirurgie oder der Neurologie Anwendung finden werden.

    Im Anschluss an den Rundgang durch die Produktions- und Lehrwerkstatt erfahren die Gäste im Gespräch mit den Ausbildungsverantwortlichen, welche besonderen Herausforderungen ihr Lehrbetrieb zu bewältigen hat. Alleine die Tatsache, dass der US-amerikanischen Muttergesellschaft Johnson & Johnson das weltweit anerkannte duale Bildungssystem der Schweiz doch noch fremd ist, macht die Lehrlingsausbildung zu keiner Selbstverständlichkeit. Die grössere Herausforderung sei aber der stete Wandel der technischen und menschlichen Komponenten, meint Werksleiter Sven Zybell: einerseits die Automatisierung des Betriebs, welche das klassische Berufsprofil des Polymechanikers verändere; andererseits das Leistungsvermögen der Schulabgänger, denen es heutzutage oft an Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltewille mangle. Umso erfreulicher sei es, dass ein Grossteil des hauseigenen Nachwuchses nach seinen Lehrjahren der Firma erhalten bleibt, was nach Ansicht des Landammans für das anspruchsvolle Ausbildungskonzept der Firma DePuy Synthes spricht.

    Text: Martin Lutz, ABMH / Fotos: Dominic Müller, DBK DS