Tage der offenen Volksschulen

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  1. "Landammann Remo Ankli im Austausch mit Schulleiter Markus Bernsau und Christoph Ramseyer."

Bericht aus DBK aktuell 2/17

Der Weg zur Schule und zum individuellen Fördern

Am Dienstag, 28. März 2017, besuchten Landammann und Bildungsdirektor Dr. Remo Ankli, Dagmar Rösler, Präsidentin des Solothurner Lehrerinnen und Lehrer Verbandes (LSO), Adrian van der Floe, Präsident des Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter (VSL SO) und Andreas Walter, Vorsteher des Volkschulamts (VSA), die Sekundarstufe I Bucheggberg in Schnottwil. Anlass dafür waren die siebten Tage der offenen Volksschulen.

Noch vor Unterrichtsbeginn erhielten die Gäste eine kurze Einführung von der Präsidentin des Bucheggberger Schulverbandes, Verena Meyer-Burkhard. Anschliessend übernahm Markus Bernsau, Schulleiter der Sek I, das Wort und erklärte den Ablauf des Besuches. Im Zentrum stand der Austausch mit den Lehrpersonen und den Schülerinnen und Schülern.

An dieser Schule ist alles etwas anders, als gewohnt. In einigen Zimmern sitzen alle Schülerinnen und Schüler an Einzeltischen und es herrschte Stille und konzentriertes Lernen. In anderen Zimmern sitzen jeweils zwei oder drei Schülerinnen und Schüler an grossen Tischen und diskutieren, planen und besprechen mit dem zirkulierenden Lehrer ihre Ergebnisse. Im Musikunterricht steht das Thema „Rhythmus“ auf dem Plan. Ganz klassisch wie man es gewöhnt ist, unterrichtet die Lehrerin alleine vor der Klasse. Nicht ganz klassisch sind die Hilfsmittel: Auf eine Leinwand wird ein Musik-Video projiziert und im Anschluss fordert die Lehrerin die Jugendlichen auf, Alltagsgegenstände zu suchen, die sich zum Musizieren eignen. Und dann stehen noch einige Schülerinnen und Schüler im Gang und besprechen wichtige Themen. Auch die Lehrpersonen haben unterschiedliche Aufgaben: Unterrichten, unterstützen, coachen, kontrollieren und auch aufpassen.

Dieses Unterrichtssystem hat Methode und ist gewollt, denn an dieser Schule steht individuelles Fördern und gemeinschaftliches Lernen im Zentrum. Dabei fällt vor allem die Organisation der 3. Klasse der Sek I auf, in dem es keine Klassen mehr gibt und jede und jeder einen Lerncoach als Ansprechperson hat.

Es gibt grob vier verschiedene Lernangebote:

  • Den niveaugetrennten (B/E) Unterricht in den Kernfächern
  • Die Projektarbeit
  • Den Wahlpflichtunterricht mit Startkursen am Morgen und Blockkursen am Nachmittag, wo im Verlauf des Jahres immer wieder in neuen Gruppenzusammensetzungen gelernt wird
  • Das Lernatelier mit Coachinggesprächen, also der individuelle Lernbereich

Im Wahlpflichtbereich müssen die Schülerinnen und Schüler gemäss Lektionentafel Angebote wählen. Sie können innerhalb der Fächer Schwerpunkte bilden. In den Startkursen um 7.30 Uhr stehen sportliche und „besinnliche“ Angebote im Vordergrund.

Im Lernatelier arbeiten sie an den selbstgesetzten Zielen mit Blick auf ihre Berufslehren. Im Coaching werden sie regelmässig von einer Lehrperson durch Anregungen unterstützt und hinterfragt. Hier sind manche Schülerinnen und Schüler herausgefordert, ihren Weg zu finden. Nach vielen Jahren Lernen nach Plan ist diese offenere Form eine Herausforderung. Hier entstehen auch die überraschenden Momente, wenn ein lesescheuer Schüler dranbleibt, die konzentrierte Atmosphäre schätzt und zum ersten Mal ein dickeres Buch ganz liest und bespricht. Nach anfänglicher Skepsis ist die Reaktion der Schüler und Eltern mehrheitlich positiv.

Im Anschluss an den Unterrichtsbesuch gab es im Lehrerzimmer noch die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Besprechung der Eindrücke. Dazu wurde von den 13 Schülerinnen und Schülern des Wahlfaches „Kulinarische Köstlichkeiten“ ein Apéro serviert. Alle Speisen hatten sie im Rahmen des Wahlfachs selber geplant, vorbereitet und gebacken. So präsentierten sie den Gästen ein unwiderstehliches Buffet.

Fotos und Text: D. Müller, DBK DS