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Monatskampagne

Velosicherheitskampagne - Vorsicht beim Vortritt

Die Kampagne «Vorsicht beim Vortritt» thematisiert gefährliche Situationen, die zu schweren Velounfällen führen. Die neusten Unfallstatistiken zeigen, dass eine nachhaltige Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmer weiterhin nötig ist.

Die veröffentlichten Unfallzahlen des vergangenen Jahres haben Betroffenheit ausgelöst. Zwar haben mit 838 schwer verunfallten Velofahrenden im Jahr 2015 (- 6% im Vergleich zu 2014 mit 890), als auch mit 25 tödlichen (-14% im Vergleich zu 2014 mit 29) die Zahlen etwas abgenommen. Gestiegen ist hingegen mit 163 gegenüber 145 aus dem Jahr 2014 (+12,5%) die Zahl der schwer verunfallten E-Bike-Fahrenden. Noch schockierender ist der Anstieg der tödlich verunfallten E-Bike-Fahrenden. Die Zahl stieg von 5 auf 14 Todesopfer (+180%).

E-Bikes sind beliebt, weil sie unter anderem ein schnelleres Vorwärtskommen ermöglichen. Sie sind dadurch aber auch unberechenbarer als herkömmliche Fahrräder. Mit E-Bikes erreicht man mit geringem Kraftaufwand hohe Geschwindigkeiten oder bewältigt locker eine Steigung. Aber die höheren Geschwindigkeiten und das grössere Gewicht im Vergleich zu den übrigen Fahrrädern führen jedoch zu einem längeren Anhalteweg. Andere Verkehrsteilnehmende unterschätzen oft die Geschwindigkeit von E-Bikes, da sich diese optisch nicht von herkömmlichen Fahrrädern unterscheiden lassen. 

Um die Sicherheit der Velofahrenden zu verbessern, gibt es also noch viel zu tun. Hier setzt die 2014 lancierte Verkehrssicherheitskampagne «Vorsicht beim Vortritt. Du weißt nie was kommt!» an. Sie soll die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass die Missachtung des Vortrittsrechts die häufigste Ursache von schweren Unfällen mit Velofahrerinnen und Velofahrern ist. Die Kampagne startet nun ins zweite Jahr. TV-Spots, Plakate und Aktionen der Kampagnenpartner erinnern die Verkehrsteilnehmer an die Gefahren bei Einmündungen und Kreuzungen. Zudem weisen sie darauf hin, wie Kollisionen vermieden werden können («Mach den Kontrollblick», «Mach dich bemerkbar», «Respektiere die Verkehrsregeln»).

Verkehrsfachleute haben das Wort

Als neues Kampagneninstrument kommt ein Kurzfilm dazu. Darin erklären zwei ausgewiesene Fachleute für Verkehrssicherheit, wie man Unfälle in Situationen mit Vortrittsrecht durch richtiges Verhalten vermeiden kann. In der deutschsprachigen Filmversion handelt es sich um Franz-Xaver Zemp (Chef Fachbereich Verkehr der Luzerner Polizei und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verkehrsprävention, im Auftrag der ACVS), in der französischsprachigen um Jean-Pierre Grandjean (Chef der Verkehrs- und Schifffahrtspolizei der Freiburger Kantonspolizei). Der Film wird von den Kampagnenpartnern Pro Velo Schweiz, VCS, bfu, Suva, TCS, Polizei, Swiss Cyling und Terz-Stiftung verbreitet.

Miteinander für mehr Sicherheit

Rund drei Millionen Velofahrende gibt es in der Schweiz. Das erstaunt nicht, denn die Fortbewegung auf dem Zweirad ist umweltfreundlich, gesund und im Nahverkehr oft auch am effizientesten. Allerdings erfordert der dichte Verkehr grosse Aufmerksamkeit. Hier setzt die Kampagne «Vorsicht beim Vortritt» an. Sie will auf die Gefahren bei «Kein Vortritt», «Stopp», Linksabbiegen und Rotlicht aufmerksam machen, denn in diesen Verkehrssituationen ereignen sich am meisten Kollisionen mit schwer verletzten Velofahrenden. Weil Autofahrende bei Kollisionen mit schwer verletzten Velofahrerinnen und Velofahrern etwas häufiger Hauptverursacher sind als Velofahrende (48 zu 42 Prozent), richtet sich die Kampagne an beide Gruppen. Nur mit richtigem Verhalten und gegenseitiger Rücksichtnahme wird es gelingen, die Zahl schwerer Velounfälle markant und nachhaltig zu senken und das Velofahren noch attraktiver zu machen.

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter http://www.vorsicht-vortritt.ch