Spitalversorgung: Informationen für Ärztinnen und Ärzte

Seit dem 1.1.2012 wird nach Listenspitälern des Kantons Solothurn und Listenspitälern eines anderen Kantons unterschieden und nicht mehr nach inner- und ausserkantonalen Leistungserbringern.

Mit der Spitalliste (Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie) wird die stationäre medizinische Versorgung für die Solothurner Bevölkerung sichergestellt. Alle medizinisch notwendigen Behandlungen sind mit der Spitalliste abgedeckt. Die Listenspitäler müssen die versicherten Personen mit Wohnsitz im Kanton Solothurn aufnehmen. Die Kosten werden von den Krankenkassen (49%)  und dem Kanton Solothurn (51%) getragen.

Neu unterscheidet die Spitalliste das Leistungsangebot nach Leistungsgruppen (Akutsomatik), resp. Leistungsbereichen (Rehabilitation und Psychiatrie). Alle Eingriffe in einem Spital sind somit einer bestimmten Leistungsgruppe oder einem Leistungsbereich zugeordnet.

Falls PatientInnen eine Behandlung in einem Spital wünschen, das für die gewünschte Behandlung nicht auf der Spitalliste des Kantons Solothurn ist, können sie seit 1. Januar 2012 unter jenen Spitälern frei wählen, die auf einer anderen kantonalen Spitalliste sind. Dabei gibt es aber eine Einschränkung. Die Krankenkassen und der Kanton Solothurn bezahlen höchstens den Tarif, der in einem Listenspital des Kantons Solothurn für die betreffende Behandlung gilt (sogenannter Referenztarif):

  • Steht das Zielspital mit der gewünschten Behandlung beziehungsweise Leistungsgruppe auf der Spitalliste eines anderen Kantons, und ist der Tarif dieses Spitals tiefer als der Referenztarif des Kantons Solothurn, so übernehmen die Krankenkassen und der Kanton Solothurn die Behandlungskosten.

  • Steht das Zielspital mit der gewünschten Behandlung beziehungsweise Leistungsgruppe auf der Spitalliste eines anderen Kantons und ist der Tarif des Zielspitals höher als der Referenztarif des Kantons Solothurn, so beteiligt sich der Kanton Solothurn bis zur Höhe seines Referenztarifs an den Kosten. Die Differenzkosten müssen die PatientInnen, respektive allfällige Zusatzversicherungen tragen.

  • Steht das Zielspital auf keiner kantonalen Spitalliste, so beteiligt sich der Kanton Solothurn nicht an den Behandlungskosten.

Die zuweisende Ärzteschaft und die Leistungserbringer stehen in der gesetzlichen Aufklärungspflicht über mögliche Kostenfolgen einer Behandlung.

Kostengutsprachen können nur bei Vorliegen eines medizinischen Grundes bewilligt werden. Wenn ein medizinischer Grund im Sinne des KVG vorliegt, übernehmen der Kanton Solothurn und die Krankenkassen die vollen Kosten. Ein medizinischer Grund im Sinne des KVG liegt dann vor, wenn eine Leistung im Kanton nicht verfügbar ist oder ein Notfall vorliegt. Ein Notfall wiederum wird anerkannt, wenn die Notfallsituation ausserhalb des Wohnkantons eingetreten ist und die Rückverlegung des Patienten nicht zumutbar war.

Die Spitalliste gilt nicht für Belange der Hochspezialisierten Medizin wie Organtransplantationen, schwere Verbrennungen u.ä. – hier gilt die freie Wahl unter den zugelassenen Anbietern. Die Spitalliste dazu finden Sie hier