Zecken

Zecken werden wissenschaftlich zu den Spinnentieren gezählt; es handelt sich also nicht um Insekten. Damit Zecken wachsen und sich vermehren können, brauchen sie Blut, das sie bei Mensch und Tier saugen. Mit ihrem Rüssel können sie unbemerkt in die Haut stechen und Blut abzapfen. Sie leben im Unterholz, aber auch im Gras und heften sich an vorbeigehenden Menschen oder Tieren an. Gefährlich sind sie nicht, weil sie Blut saugen, sondern weil sie beim Saugakt Krankheiten übertragen können. Die beiden wichtigsten Krankheiten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME; „Zeckenenzephalitis“) und die Borreliose. Daneben gibt es weitere, seltenere Krankheiten, die bei Zeckenstichen übertragen werden können (z.B. Tularämie, Rickettsiose, Babesiose).

FSME

Die FSME ist eine durch Viren verursachte Erkrankung und kann deshalb nicht mit Antibiotika behandelt werden; hingegen existiert eine Impfung, die nach dreimaliger Verabreichung einen sehr zuverlässigen Schutz bietet. Auch im Kanton Solothurn gibt es diverse FSME-Risiko-Gebiete. Es gibt allerdings keine Garantie, dass die Zecken ausserhalb dieser Regionen frei von FSME-Viren sind. Wir empfehlen allen, die sich beruflich oder privat häufig in diesen Gebieten aufhalten, die Impfung; Kindern wird sie allgemein aber erst ab dem 6. Lebensjahr empfohlen.

Borreliose

Nicht an bestimmte Regionen gebunden ist das Vorhandensein von sogenannten Borrelien in den Zecken. Das Risikogebiet für Borreliose betrifft fast die gesamte Schweiz unterhalb von 1500 Metern Höhe. Stellenweise sind bis zu 50% der Zecken Borrelien-Träger. Diese Bakterien können zur Lyme-Borreliose führen, welche Organe, Gelenke und das Nervensystem befallen kann. Sie kann in verschiedenen Stadien auftreten und zu einem vielfältigen Beschwerdebild führen. Die Borreliose ist mit Antibiotika behandelbar, es existiert aber keine Impfung.

Daher müssen sich all jene, welche gegen die FSME geimpft sind, genauso vor Zeckenbefall schützen wie Ungeimpfte! Dazu helfen deckende Kleidung, ein Vermeidungsverhalten (Gehen durch (hohe) Gräser vermeiden, insbesondere an feuchten Stellen) und ein Sich-Absuchen nach dem Spaziergang. Zeckenabstossende Produkte (im Handel, Drogerie, Apotheke) bieten zusätzlichen Schutz.

Was tun bei einem Zeckenbefall?

Die Zecke mit einer Pinzette möglichst komplett entfernen und die Einstichstelle desinfizieren. Kein Öl,  Äther u.ä. verwenden, ein Entfernen unter Drehung macht keinen Sinn. Merken Sie sich die Einstichstelle und das Datum des Stichs und beobachten sie die Hautstelle während ca. 2 Wochen. Sollte es zu einer deutlich spürbaren Entzündung der Einstichstelle selber kommen oder zu einer sich flächen- bis ringartig ausdehnenden Hautrötung, kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Hausarzt. Die Hautrötung kann, muss aber nicht in unmittelbarer Nähe zur festgestellten Einstichstelle sein! Kommt es im Abstand von einigen Tagen (bis ca.  zwei Wochen) nach einem Zeckenbefall zu einer grippeartigen Erkrankung (Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen), so ist ebenfalls ein Arztbesuch angezeigt.

Eine vorbeugende Behandlung nach einem Zeckenstich, ohne dass Symptome bestehen, wird aber nicht empfohlen!

Zecken-App

Durch Zeckenstiche übertragene Krankheiten nehmen zu und verursachen hohe Kosten. Weil sich mehr Menschen in der Freizeit im Zeckengebiet bewegen und sich Zecken infolge der Klimaerwärmung ausbreiten, ist diese Tendenz steigend. Zur Vorbeugung von Stichen und zu ihrer richtigen Behandlung haben Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil mit Unterstützung des BAG, eine Zecken-App entwickelt. Die häufigsten Erkrankungen durch Zeckenstiche sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gegen die Hirnhautentzündung FSME ist eine Schutzimpfung möglich, gegen Borreliose nicht. Wo die Impfung empfohlen wird, zeigt die in der App abrufbare Übersichtskarte des Bundesamts für Gesundheit. Zur Berechnung der Gefahrenstufe verwendet die App den Standort, aktuelle Klimadaten und die Beschaffenheit der Oberfläche als Indikator für die Qualität des Zecken-Lebensraums.

 Die App kann auf Deutsch und Französisch kostenlos heruntergeladen werden.