Komplikationen

In 5-15 % der Masernerkrankungen kommt es zu Komplikationen. Bei 2-20 Personen pro 10‘000 Masernerkrankungen tritt eine Masernenzephalitis (Hirnentzündung) auf, bei 100 bis 600 eine Lungenentzündung und bei 700-900 eine Mittelohrenentzündung. Bei 100 bis 250 pro 10'000 Masernerkrankungen kommt es zu einer Hospitalisation, und es ist mit 3 bis 20 Todesfällen pro 10'000 Erkrankungen zu rechnen.

Komplikationen sind am häufigsten bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsene, was oft eine Hospitalisation erforderlich macht. Das Masernvirus bewirkt eine vorübergehende Schwächung der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) und macht den Erkrankten auch anfällig für andere Krankheitserreger, beispielsweise bakterielle Infektionen. Masern werden häufig begleitet von einer Mittelohrentzündung (Masern-Otitis) oder einer Lungenentzündung (Masern-Pneumonie). Bei kleinen Kindern kommt es häufig zu einer Trinkverweigerung und als Folge zu einer Dehydrierung des Körpers. Der sogenannte Masernkrupp kann auftreten, wenn die Schleimhäute des Kehlkopfs besonders stark vom Virus befallen sind. Diese Komplikation kann, wenn der Kehlkopf durch die Entzündung zu schwillt, zu gefährlichen Atemschwierigkeiten führen. Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die Masern-Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns durch das Masernvirus, die in 20% der Fälle tödlich verläuft und bei 30% der Fälle bleibende Schäden hinterlässt. Eine seltene Komplikation (0.5-16 Fälle pro 100'000 Masernerkrankungen) ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine langsam voranschreitende Gehirnentzündung, die durchschnittlich 6-8 Jahre nach der Masernerkrankung auftritt und immer tödlich endet.

Eine Maserninfektion während der Schwangerschaft führt nicht zu Missbildungen, sie erhöht jedoch das Risiko eines Spontanaborts sowie einer Tot- oder Frühgeburt. Ausserdem kann sich beim Kind kurz nach der Geburt eine – manchmal schwere – Masernerkrankung entwickeln.