Masern

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. Die Viren verbreiten sich durch Sprechen, Niesen und Husten via Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt. Die Krankheit ist so ansteckend, dass praktisch alle ungeimpften Personen im Laufe ihres Lebens angesteckt werden. Entgegen der landläufigen Meinung, sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind besonders gefährlich für Schwangere, Kinder <12 Monaten und Personen mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. Patienten in einer Krebsbehandlung, Dialysepatienten etc.)

Die beste Vorbeugung gegen Masern ist die Impfung. Sie wird in zwei Dosen im Altern von 12 und 15-24 Monaten empfohlen. Eine Nachholimpfung ist in jedem Alter möglich. Aufgrund ungenügender Durchimpfung der Bevölkerung kommt es in der Schweiz immer noch regelmässig zu lokalen Masernausbrüchen (Jahr 2003: rund 700 gemeldete Fälle; Jahre 2006-2008: rund 3200 gemeldete Fälle).

Krankheitsbild

Zwischen der Ansteckung und den ersten Anzeichen der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen etwa 8 – 12 Tage. Die Krankheit beginnt mit einem einfachen Schnupfen, gefolgt von Husten, Halsschmerzen und oftmals einer Entzündung der Augen. Der Patient ist lichtscheu, bleibt am liebsten im Dunkeln und hat Fieber bis etwa 39 Grad. Nach etwa 2 – 3 Tagen erscheinen erstmals die typischen Koplik-Flecken – weissliche, wie Kalkspritzer aussehende Flecken im Mund (an der Wangenschleimhaut und in Höhe der unteren Backenzähne). Nach 3 – 5 Tagen erscheint  - nach einem kurzen Fieberabfall – der Ausschlag auf der äusseren Haut. Er beginnt meist hinter den Ohren und breitet sich dann innerhalb von wenigen Stunden auf den Kopf und das Gesicht aus. Ab dem zweiten Tag geht dieser Ausschlag fast auf den ganzen Körper über, nur Handflächen und die Fusssohlen werden verschont. Man spricht vom sogenannten Masern-Exanthem. Der oder die Patientin fühlt sich nun sehr krank, das Fieber steigt auf bis zu 40 Grad, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen verschlimmern sich noch, ebenso die Bindehautentzündung und damit die Lichtempflindlichkeit. Besonders unangenehm ist der starke Juckreiz am ganzen Körper.

Auch ohne Komplikationen sind Masern eine grosse Belastung für den Körper, man hat meist während mindestens 1 Woche nicht die Kraft, das Bett zu verlassen. Die Therapie beschränkt sich auf das Lindern der Beschwerden, da es gegen Masern kein Medikament gibt. Verlaufen die Masern ohne Komplikationen heilen sie folgenlos aus und hinterlassen durch die Bildung von Antikörpern einen lebenslangen Schutz.

Verhalten bei einem Masern-Ausbruch

Erkrankte Kinder sollten während der Dauer der Ansteckungsfähigkeit (5 Tage vor Ausbruch des Ausschlags bis 4 Tage danach) vom Besuch des Kinderhortes, Kindergartens oder der Schule dispensiert werden.

Bei allen Kontaktpersonen ist umgehend der Impfstatus zu überprüfen.

Nach Kontakt mit einer erkrankten Person sollten Nichtimmune während 21 Tagen zu Hause bleiben. Es gilt auch, jeden direkten Kontakt mit anderen zu vermeiden, die nicht immun sind. Innerhalb von 72 Stunden nach dem ersten Kontakt zu einem Menschen, der Masern hat, kann sich eine nichtimmune Person mit einer Nachimpfung noch schützen, ein kompletter Impfschutz besteht erst ab 2 Dosen. Nur so kann die Übertragung auf andere Personen vermieden werden. Zum Beispiel kann ein nichtimmunes Kind, das Kontakt zu einer infektiösen Person hatte, nicht in die Kita, in den Kindergarten oder zur Schule, sofern die Impfung nicht rechtzeitig nachgeholt wurde. Die Eltern müssen die ganze Zeit die Betreuung zu Hause sicherstellen.