Pflegefamilien für MNA

Um den besonderen Umständen den MNA Rechnung zu tragen, wird die Unterbringung von MNA, und insbesondere von solchen im Alter zwischen 12 bis 16 Jahren, in Pflegefamilien als geeignet erachtet. In einem familiären Umfeld sollen die MNA stabilisiert werden und nachhaltig integriert werden können. Zu beachten ist, dass MNA aufgrund ihrer Erfahrungen mehr Unabhängigkeit und Reife mitbringen, gleichzeitig wegen der erlittenen Entbehrungen und Traumatisierungen betreuungsintensiv sein können. Zudem muss beachtet werden, dass MNA aus einem anderen Kulturkreis stammen und die sprachliche Verständigung zu Beginn schwierig sein kann. Entsprechend müssen Pflegefamilien die Bereitschaft und Fähigkeit mitbringen, mit dieser Diversität umgehen zu können. 

Vorgehen, Aufnahmeprozess und Rahmenbedingungen

Wer Kinder oder minderjährige Jugendliche zur Pflege und Erziehung in seinen Haushalt aufnehmen will, benötigt eine Bewilligung des Kantons. Die Fachstelle Familie und Generationen des ASO klärt die Eignung von Pflegefamilien ab und stellt die Bewilligung aus. Um eine Bewilligung zu beantragen, müssen Pflegeeltern ein Gesuch (vgl. Formulare: Gesuchsformular) und die entsprechenden Unterlagen (vgl. Formulare: Checkliste) einreichen. Hinsichtlich der Anforderungen an Pflegeeltern für MNA gelten dieselben, wie stets bei Aufnahmen von Pflegekindern.

Zusätzlich werden bei der Abkklärung die besonderen Umstände der MNA berücksichtigt. Die MNA-Pflegefamilien werden durch die Fachstelle Familien und Generationen jährlich beaufsichtigt und ein externer Erfahrungsaustausch für Pflegefamilien durch den Verein kompass wird 5x jährlich gewährleistet.

Bei einer Platzierung von MNA in Pflegefamilien ist es wichtig, Wert auf die Passung (Matching) zu legen. Die Kriterien sind je nach Situation vielfältig: Familiengrösse, Altersstruktur der Kinder, Lebensumfeld/Lebensort, kultureller und religiöser Hintergrund, spezifische Qualifikationen der Pflegefamilien usw. Bei einer möglichen Passung werden alle Betroffenen in den Prozess eingebunden und insbesondere der Wunsch des MNA respektiert. Ab der definitiven Platzierung ist das MNA-Coaching für den Integrationsprozess und die wirtschaftlichen Sozialhilfe zuständig.

Finanzielle Leistungen

Gemäss den kantonalen Richtlinien werden Pflegefamilien für ihre Betreuungsleistung von Minderjährigen entlöhnt. Bei der Platzierung von MNA in Pflegefamilien wird zwischen klassischen Pflegefamilien und spezialisierten sozialpädagogischen Pflegefamilien unterschieden. Die finanzielle Abgeltung ist innerhalb des Pflegevertrages geregelt. Die finanziellen Leistungen werden in drei Kategorien unterteilt: 

Tagespauschaleklassische
Pflegefamilie
sozialpädagogische
Pflegefamilie
BetreuungsvergütungFr. 45.--Fr. 95.--
Unterkunft und VerpflegungFr. 22.--Fr. 22.--
NebenkostenFr. 8.--Fr. 8.--
TotalFr. 75.--Fr. 125.--

Aus- und Weiterbildung

Der Kanton Solothurn unterstützt die Aus - und Weiterbildung von Pflegeeltern mittels Bildungsgutschriften (max. CHF 1‘000.- / Pflegefamilie / 2 Jahre). Die Detailinformationen finden Sie unter (Formulare: Merkblatt Bildungsgutschriften).

Kontakt

Haben Sie Interesse an der Aufnahme eines MNA und/oder wünschen weitere Informationen, treten Sie mit uns in Kontakt:

Für Fragen zum Thema PflegeelternFür Fragen zum Thema MNA 
Barbara Furrer
Fachexpertin Fachstelle Familie und Generationen
Tel. 032 627 22 89
barbara.furrer@ddi.so.ch

Anne Birk
Leiterin Fachstelle Projekte und Innovationen
Tel. 032 627 23 39
anne.birk@ddi.so.ch
projekteundinnovationen@ddi.so.ch