Unbegleitete minderjährige Personen

Als unbegleitete Minderjährige oder «mineurs non accompagnés» (MNA) werden Kinder und Jugendliche bezeichnet, die bei ihrer Einreise in die Schweiz das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, von ihren Eltern getrennt sind – allenfalls in Begleitung von minderjährigen oder volljährigen Geschwistern – und von keiner erwachsenen Person unterstützt werden, welcher die elterlichen Verpflichtungen von Gesetzes wegen oder gewohnheitsrechtlich übertragen worden wäre.

Unterbringung und Vertretung

Nach der Zuweisung der MNA durch den Bund, ernennt der Kanton Solothurn eine Vertrauensperson, welche die Interessen des MNA wahrnimmt und vertritt. Die rechtliche Vertretung im Asylverfahren erfolgt durch die Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn der HEKS (REBASO).

In einer ersten Phase sind die MNA in einem kantonalen Zentrum getrennt von den Erwachsenen untergebracht. Dort werden sie sozialpädagogisch begleitet. Allen MNA wird dabei eine Betreuungsperson zugeteilt, die für die Fallführung verantwortlich ist. Sie ist die erste Ansprechperson für die MNA. Die Betreuungsperson ist mit der gesetzlichen Vertretung (= Vertrauensperson) und weiteren involvierten Akteuren gut vernetzt. Während des Aufenthaltes im Zentrum sind die MNA in altersgerechten, sinnvollen und stabilisierenden Tagesstrukturen eingebunden und besuchen Deutschkurse. Ausserdem wird während dieser Phase die geeignete Wohnform für die zweite Phase festgelegt. In der zweiten Phase erfolgt die Betreuung durch MNA-Coachs (MNA-Coaching). MNA werden in die regionalen Strukturen eingebunden und mithilfe einer Förderplanung mit Zielvereinbarung intensiv gefördert. Die gesetzliche Vertretung wird von der Vertrauensperson auf das MNA-Coaching übertragen, welches diese in Form einer Vertretungsbeistandschaft gemäss ZGB Art. 306 Abs. 2 wahrnimmt.