Fürsorgerische Zwangsmassnahmen

Fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981

Das Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG; SR 211.223.12) wird per 1. April 2017 in Kraft treten. Mit dem Gesetz soll das Unrecht, das die Opfer bzw. Betroffenen und deren Angehörige erlitten haben und welches sich auf ihr Leben ausgewirkt hat, anerkannt werden.

Dieses Gesetz regelt unter anderem die Beratung und Unterstützung Betroffener, den Solidaritätsbeitrag zugunsten von Opfern, die Akteneinsicht, die Öffentlichkeitsarbeit sowie weitere Massnahmen im Interesse der Betroffenen.

Beratung und Unterstützung

Die Kantone betreiben Anlaufstellen für die Betroffenen. Diese beraten die Betroffenen und ihre Angehörigen und leisten Soforthilfe und längerfristige Hilfe für Personen, welche von der zuständigen Behörde als Opfer gemäss Opferhilfegesetz anerkannt werden. Weiter unterstützen die kantonalen Anlaufstellen Betroffene bei der Vorbereitung und Einreichung ihrer Gesuche um einen Solidaritätsbeitrag.

Betroffene können sich an eine Anlaufstelle ihrer Wahl wenden.

Die Beratungsstelle Opferhilfe Aargau Solothurn wurde durch den Kanton Solothurn als zuständige Anlaufstelle bezeichnet. Die Kontaktangaben finden Sie auf der rechten Seite.

Solidaritätsbeitrag

Wer hat Anspruch? Der Solidaritätsbeitrag dient der Wiedergutmachung. Anspruch auf einen Solidaritätsbeitrag haben Betroffene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981, welche in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Unversehrtheit oder in ihrer geistigen Entwicklung unmittelbar und schwer beeinträchtigt worden sind.

Wann und wie kann ein Gesuch eingereicht werden? Gesuche um einen Solidaritätsbeitrag können ab sofort mit dem entsprechenden Gesuchsformular beim Bundesamt für Justiz eingereicht werden.

Der letztmögliche Termin für die Einreichung eines Gesuchs um einen Solidaritätsbeitrag ist der 31. März 2018.

Akteneinsicht

Betroffene haben das Recht auf einen einfachen und kostenlosen Zugang zu den sie betreffenden Akten. Die Archive unterstützen Betroffene, ihre Angehörigen und die kantonalen Anlaufstellen bei der Suche nach Akten.