Verfahrenskosten und Gebühren

Das Verfahren vor der KESB ist grundsätzlich kostenfrei. Für bestimmte Verrichtungen und Verfügungen werden jedoch durch die KESB Gebühren erhoben.

Die Verfahrenskosten und Gebühren im Kindes- und Erwachsenenschutz richten sich nach dem kantonalen Gebührentarif (GT).

Verrichtungen der KESB

Anordnung, Aufhebung und Änderung von Massnahmen durch die KESB sind gebührenpflichtig. Innerhalb eines Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und Arbeitsaufwand, nach der Bedeutung des Geschäftes, nach dem Interesse an der Verrichtung sowie nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Gebührenpflichtigen zu bemessen.

MassnahmenGebühren in Fr.

Errichtung von Beistandschaften und Vormundschaften zum Schutze von Nettovermögen ab Fr. 50'000

200-2‘000
Anordnung zur Aufnahme eines öffentlichen Inventars100-1‘000

Erteilung von Zustimmungen nach Art. 416 Abs. 1 Ziff. 3 bis 9 ZGB

Von der Gebühr kann abgesehen werden, wenn die betroffene Person keinen finanziellen Vorteil aus dem Geschäft zieht.

200-2‘000
Prüfung und Genehmigung der Rechnung bei Beistandschaften, Vormundschaften und anderen Vermögensverwaltungen, -kontrollen500-5‘000
Vormundschaften und Beistandschaften im Zusammenhang mit Adoptionen einschliesslich der Ernennung von Mandatstragenden100-1‘000
Zustimmung zur Adoption100-1‘000
Verfahren zur Regelung des persönlichen Verkehrs500-5‘000
Genehmigung einer Abfindungsvereinbarung200-2‘000
Regelung der elterlichen Sorge bei wesentlicher Veränderung der Verhältnisse500-5‘000

Entschädigung für Mandatstragende

Die Entschädigung der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger hängt von deren Aufgabenbereichen ab und wird pro Jahr berechnet. Die von der Massnahme betroffene Person hat die Kosten der Mandatsführung zu tragen, sofern sie nicht als bedürftig im Sinne der Bestimmungen über die unentgeltliche Rechtspflege gilt.

AufgabenbereichEntschädigung pro Jahr in Fr.
Einkommens- und Vermögensverwaltung300-3‘000
Persönliche Betreuung300-3‘000
Amtsführung ausserhalb der oben genannten Aufgaben500-5‘000

Ausgewiesene und notwendige Auslagen sind zusätzlich in Rechnung zu stellen. Reist die Mandatsperson mit der Bahn,  ist in der Regel der Preis eines Bahnbillets 2. Klasse zu entschädigen. Wird das Auto benützt, kann die für das Staatspersonal geltende Kilometerentschädigung ausgerichtet werden.

Von einer Sozialregion angestellte Mandatstragende sowie private Mandatstragende, die über eine anerkannte Fachausbildung verfügen, welche für die Mandatsführung unverzichtbar ist, werden im Stundenansatz entschädigt.

Es gilt ein Stundenansatz von Fr. 100.  Auslagen, die im Rahmen der Amtsführung anfallen, sind in diesem Tarif bereits enthalten und dürfen nicht separat in Rechnung gestellt werden.

Anwältinnen und Anwälte sowie Treuhänder und Treuhänderinnen mit Fach- oder gleichwertigem Ausweis, die ein von der KESB angeordnetes Mandat wahrnehmen, können ein Honorar nach dem anwendbaren Beurfstarif nur für diejenigen Verrichtungen beanspruchen, für die berufsspezifische Kenntnisse notwendig sind. Ansonsten entspricht die Entschädigung derjenigen der regulären Mandatstragenden.

Unentgeltliche Rechtspflege

Gebühren und Entschädigungen sind durch die betroffene Person nur zu bezahlen, sofern sie nicht als bedürftig im Sinne der Bestimmungen über die unentgeltliche Rechtspflege gilt. Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt. Zudem darf ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen.

Um von den Kosten befreit zu werden, muss die gebührenpflichtige Person diese Voraussetzungen erfüllen und bei der KESB ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellen.

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