Massnahmen Kindesschutz

Liegt eine Gefährdung des Kindeswohls vor und wollen bzw. können die Eltern diese nicht beseitigen, stehen der KESB vier verschiedene Kindesschutzmassnahmen zur Verfügung, welche unterschiedlich stark in die elterlichen Erziehungsstrukturen eingreifen.

Um dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit gerecht zu werden, muss die KESB immer die mildeste geeignete Massnahme wählen.

Ermahnung, Weisung und Aufsicht

Die KESB kann die Eltern oder das Kind ermahnen und ihnen Weisungen erteilen. Die Behörde kann auch eine Fachperson beauftragen, welche die Eltern oder das Kind in gewissen Angelegenheiten beaufsichtigt und berät. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, hat die Fachperson Anspruch auf Einblick in sämtliche relevanten Bereiche und auf Auskunft seitens der Familie.

Beistandschaft

Die KESB kann dem Kind eine Beiständin oder einen Beistand zur Seite stellen, welche/r die Eltern bei der Erziehung und Betreuung mit Rat und Tat unterstützt. In der Regel werden Kindesschutzmassnahmen durch von den Sozialregionen gestellte Fachpersonen begleitet. Die Eltern haben grundsätzlich ein Vorschlagsrecht.

Die Beistandsperson kann von der KESB auch bestimmte Rechte erhalten, um das Kind beispielsweise bei der Geltendmachung des Unterhaltsanspruches zu vertreten oder um das Besuchsrecht zu überwachen.

Aufhebung der elterlichen Obhut

Die Aufhebung der elterlichen Obhut greift stark in die bestehende Familienstruktur ein. Sie kommt deshalb nur zum Zug, wenn keine der oben genannten milderen Massnahmen erfolgreich war oder diese von Anfang an ungeeignet erscheinen. Wenn die KESB einen Obhutsentzug anordnet, wird das Kind von den Eltern getrennt und in einer Pflegefamilie oder einer geeigneten Institution untergebracht.

Muss das Kind in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden, sind die Bestimmungen des Erwachsenenschutzes über die fürsorgerische Unterbringung sinngemäss anwendbar.

Entziehung der elterlichen Sorge

Waren alle anderen Kindesschutzmassnahmen erfolglos oder sind sie von Anfang an unzureichend, kann die KESB den Eltern das Sorgerecht entziehen und dem Kind einen Vormund zur Seite stellen.