Betroffene Personen

Fürsorgerische Unterbringung

Eine Person wird fürsorgerisch untergebracht in einer geeigneten Einrichtung (meist psychiatrische Klinik), wenn sie

  • an einer psychischen Störung oder;
  • an geistiger Behinderung leidet oder;
  • schwer verwahrlost ist und;
  • wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann.

Eine fürsorgerisch untergebrachte Person hat Verfahrensrechte, die ihm/ihr als Verfahrensbeteiligter zustehen.

Rechte

Die Klinik ist verpflichtet, der KESB eine unfreiwillige Unterbringung oder eine unfreiwillige Zurückbehaltung einer Person unverzüglich zu melden.

Beantragt die Einrichtung innert 72 Stunden eine Verlängerung der Unterbringung, wird der betroffenen Person durch ein Mitglied der KESB das rechtliche Gehör gewährt. Dabei hört das Mitglied die betroffene Person an und orientiert über die rechtlichen Möglichkeiten. Anschliessend wird die Einweisung oder Zurückbehaltung durch das zuständige KESB Mitglied schriftlich bestätigt oder aufgehoben.

Vertrauensperson

Jede Person, die sich gegen ihren Willen in einer Klinik aufhält, hat das Recht, zur Unterstützung eine Vertrauensperson beizuziehen.

Entlassungsgesuch

Die betroffene Person muss aus der Einrichtung entlassen werden, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung bzw. Zurückbehaltung nicht mehr erfüllt sind und eine allenfalls notwendige Nachbetreuung und eine Wohngelegenheit sichergestellt sind.

Die betroffene Person kann jederzeit zuhanden der Klinik oder der KESB ein Gesuch um Entlassung stellen. Über dieses Gesuch ist ohne Verzug zu entscheiden (d.h. schnellstmöglich gemäss den Umständen des Einzelfalles). Dabei kann die betroffene Person jederzeit zur Unterstützung eine Vertrauensperson beiziehen.

Beschwerde

Die unfreiwillig eingetretenen oder zurückbehaltenden Patienten/-innen sowie ihre naheste-henden Personen haben das Recht gegen die unfreiwillige Unterbringung bzw. Zurückbehaltung Beschwerde einzureichen. Die Beschwerde ist beim kantonalen Verwaltungsgericht  innert 10 Tagen möglich.

Für weitere Fragen und Unsicherheiten zum Verfahren der fürsorgerischen Unterbringung steht Ihnen die zuständige KESB in rechtlicher und inhaltlicher Hinsicht gerne zur Verfügung.