Hochwasserschutz Dünnern

Die kommunalen Gefahrenkarten der Gemeinden entlang der Dünnern weisen verschiedene Hochwasserdefizite aus:

Im Thal bestehen drei Abschnitte, in denen der Abflussquerschnitt nicht ausreicht, um ein 100-jährliches Hochwasser (HQ100, Schutzziel geschlossene Siedlung) abzuleiten. Im Gäu ist die Abflusskapazität zwischen Oensingen und Rickenbach fast durchgehend ungenügend. Auch zwischen Rickenbach und Olten bestehen Defizite.

Gesamthaft wird für die in den Gefahrenkarten ausgewiesenen Überflutungsflächen bei HQ100 ein Schadenpotenzial von rund Fr. 115'000’000.- ausgewiesen.

Konzept Hochwasserschutz und Revitalisierung

Um die Hochwassergefährdung im Abschnitt Herbetswil - Olten gesamthaft zu erfassen, hat das AfU die Ausarbeitung eines Hochwasserschutzkonzeptes veranlasst. Dieses soll die Wirkung von übergeordneten Hochwasserschutzmassnahmen abschätzen, die Kombinationsmöglichkeit von Hochwasserschutz und Siedlungsentwässerung aufzeigen und Massnahmen zur Revitalisierung der Dünnern evaluieren.

Seit Herbst 2012 liegt das Konzept vor. Es vermittelt lediglich eine Gesamtübersicht. Interessenabwägungen und Nutzen-Kosten-Betrachtungen sind noch nicht erfolgt.

Der Konzeptunterlagen stehen hier zur Verfügung.

Geplante Teilprojekte

Oensingen bis Olten

Ausgelöst durch den 6-Spurausbau der A1 zwischen Luterbach und Härkingen hat der Kanton im Jahr 2016 eine Vorstudie für den Dünnernabschnitt Oensingen bis Olten in Auftrag gegeben. Die Vorstudie zeigt in Varianten auf, wie die bestehenden Hochwasserschutzdefizite und die ökologischen Defizite behoben werden können und wo Schnittstellen zum 6-Spurausbau bestehen. Parallel läuft im Auftrag des Kantons und des Bundesamts für Strassen eine landwirtschaftliche Planung (LP), welche aufzeigen soll, wie die raumrelevanten Vorhaben (6-Spurausbau, Wasserbau, Nitratprojekt) mit der Landwirtschaft vereinbar sind.

Die Vorstudie befand sich in den Monaten März / April 2017 erstmals bei den betroffenen Gemeinden und Verbänden sowie den Fachstellen von Bund und Kanton in der Vernehmlassung. Rund 40 Organisation und Private haben eine Stellungnahme abgegeben. Vor allem die Gemeinden und Vertreter der Landwirtschaft stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber.

Finden Sie hier den Vernehmlassungsbericht und die vollständigen Unterlagen zur Vernehmlassung.

Gestützt auf die Ergebnisse der Vernehmlassung hat das Amt für Umwelt die Vorstudie bis Mitte 2018 ergänzt und das Variantenspektrum erweitert. Basierend darauf wird das Projektteam (bestehend aus Vertretern der Gemeinden, der Landwirtschaft sowie der Umweltverbände) bis Ende 2018 eine Variantenempfehlung ausarbeiten. Die Empfehlung wird anschliessend nochmals bei der Begleitgruppe sowie den Fachstellen von Bund und Kanton vernehmlasst. Schlussendlich soll der Regierungsrat im Verlauf von 2019 über das weitere Vorgehen entscheiden. Unten stehender Flyer stellt die aktualisierten  aktualisierten Schutzkonzepte in einer Übersicht vor.

Auskunftsperson: Roger Dürrenmatt, Tel. 032 627 27 67

Herbetswil

Ausgelöst durch notwendige Sanierungsarbeiten an den Bachmauern entlang der Kantonsstrasse zwischen Welschenrohr und Herbetswil beabsichtigt der Kanton oberhalb von Herbetswil mit einem Projekt die bestehenden Hochwasserschutzdefizite zu beheben und die Dünnern gleichzeitig aufzuwerten. Die Projektierungsarbeiten haben im März 2016 begonnen. Die Mitwirkung erfolgte im Sommer 2018 und die öffentliche Auflage im Herbst 2018. Mit den Bauarbeiten ist aus heutiger Sicht nicht vor Herbst 2019 zu rechnen.

Auskunftsperson: Stefan Freiburghaus, Tel. 032 627 24 93

Partizipativer Planungsprozess

Die Projektorganisation der Projekte sieht den Einbezug der betroffenen Akteure und Interessenvertreter in einer jeweiligen Begleitgruppe vor. Insbesondere die Anstössergemeinden sollen den Planungsprozess aktiv mitgestalten können.

Ergänzende Massnahmen

Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen für Strassenprojekte

  • an der Dünnern in Wangen bei Olten konnten im Mai 2015 die Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen in Zusammenhang mit der Umfahrung Olten umgesetzt werden.

Unterhaltsarbeiten

  • Im Rahmen des laufenden Unterhalts führt der Kanton in Absprache mit den Gemeinden regelmässig Pflegearbeiten durch.
    Kontaktperson Amt für Umwelt: Ulrich Harder, Tel. 032 627 26 89