Hochwasserschutz

Überschwemmungen gehören zum natürlichen Charakter von Fliessgewässern. Bedingt durch die zunehmende Besiedlung in Gewässernähe und die intensivere Nutzung von Untergeschossen ist das Schadenpotenzial in den letzten Jahren aber deutlich angestiegen. Allein entlang der Aare zwischen Olten und Aarau und am Lauf der Emme auf Solothurner Kantonsgebiet könnten im Extremfall Schäden von mehr als 900 Mio. Franken eintreten. Es braucht deshalb Massnahmen, die den Schutz der Menschen und den Schutz von erheblichen Sachwerten verbessern.

Hochwasserschutz und aufgewertete Gewässer als Ziel

Bäche und Flüsse sind heute auf weiten Strecken kanalartig verbaut, fliessen entlang befestigter Ufer oder gar unterirdisch. Es fehlt an natürlichen Überschwemmungsflächen zum Rückhalt der Hochwasser und generell an genügend Raum für die Gewässer. Die Verwüstungen der letzten Jahre haben es gezeigt – Fliessgewässer lieben enge Korsetts nicht. Die Wasserbaugesetzgebung von Bund und Kanton schreibt deshalb vor, dass der Hochwasserschutz nicht mehr allein durch die Verbauung erfolgen darf, es soll den Fliessgewässern mehr Raum zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der dichten Besiedlung, dem knappen Boden und den Eigentumsverhältnissen kann jedoch der angestrebte Raumbedarf nicht immer umgesetzt werden.

Projekte an der Aare zwischen Olten und Aarau

Die Überschwemmungen im Niederamt 2005 und 2007 haben deutlich gezeigt, dass mehrere Siedlungsgebiete gegen Hochwasser der Aare nicht genügend geschützt sind. Erste  Massnahmen im Niederamt - Dammbauten von rund 3.5 km Länge - werden vorgezogen. Weitergehende Massnahmen sind Teil des nachfolgenden Gesamtprojektes. Seit 2014 wird gebaut.

Schutz und Revitalisierung an der Emme

Der Hochwasserschutz und die Revitalisierung der Emme erfolgt in zwei Etappen. Die Massnahmen im Abschnitt zwischen der Kantonsgrenze und dem Wehr in Biberist sind abgeschlossen. Die Massnahmen im Abschnitt vom Wehr Biberist bis zur Mündung in die Aare werden zwischen 2016 bis 2022 realisiert.

Konzept Hochwasserschutz an der Dünnern

Um die Hochwassergefährdung entlang der Dünnern gesamthaft zu erfassen, hat das AfU die Ausarbeitung eines Hochwasserschutzkonzeptes veranlasst. Dieses zeigt die Wirkung von übergeordneten Hochwasserschutzmassnahmen, die Kombinationsmöglichkeit von Hochwasserschutz und Siedlungsentwässerung und Massnahmen zur Revitalisierung der Dünnern auf.