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Bodenschutz beim Bauen

Beim Bauen werden oft grosse Mengen fruchtbaren Bodens ausgehoben, gelagert und später für Rekultivierungen oder Bodenverbesserungen wieder verwendet. Zudem werden Böden vorübergehend für Bauinstallationen, Pisten oder für Depots beansprucht.

Die Verletzlichkeit des Bodens stellt besondere Anforderungen an die Erdarbeiten. Ein effektiver Bodenschutz betrifft deshalb das gesamte Bauprojekt von der Planung und Submission, über die Ausführung, die Rekultivierung bis zur Folgebewirtschaftung. Basierend auf den vielfältigen Erfahrungen der letzten Jahre hat sich eine gute fachliche Praxis entwickelt. Eine Übersicht bietet die Aktion „Bodenschutz lohnt sich“ .

Bodenschutzkonzept

Bei grösseren Bauvorhaben ist ein Bodenschutzkonzept erforderlich, das alle bodenrelevanten Aspekte darlegt.Das Bodenschutzkonzept muss vor Erteilung der Baubewilligung von der Abteilung Boden beurteilt und gutgeheissen werden.

Bodenkundliche Baubegleitung

Heute sorgen bodenkundliche Baubegleitern (BBB)  für eine bodenschutzkonforme Realisierung eines Bauvorhabens  von der Planung bis zur Abnahme der Folgebewirtschaftung. Die Aufgaben der BBB werden in einem Pflichtenheft geregelt. 

Bodenfeuchte / Saugspannung

Zentral für die bodenschonende Erdarbeiten sind genügend abgetrocknete Böden. Der jeweils nötige, minimale Abtrocknungsgrad des Bodens ist abhängig von der Bodenart (Tongehalt) sowie von Gewicht und Flächendruck der zum Einsatz gelangenden Maschinen und Fahrzeuge. Geeignete Messgrösse hierzu ist die Wasserspannung, auch Saugspannung genannt.

Das Bodenmessnetz zeigt aus den verschiedenen Regionen des Kantons die aktuelle Messwerte der Bodenfeuchte. Für individuelle Messungen der Saugspannung werden weiterhin Tensiometer eingesetzt.

Bodenmessnetz

Prüfperimeter Bodenabtrag

Böden können aufgrund von Schadstoffeinträgen chemisch belastet sein.  Werden bei Bauarbeiten potenziell schadstoffbelastete Böden abgetragen, dürfen diese nicht unkontrolliert verteilt werden. Böden, bei denen ein begründeter Verdacht auf eine Schadstoffbelastung vorliegt, sind im Prüfperimeter Bodenabtrag eingetragen. Liegt ein Bauvorhaben auf einer Verdachtsfläche gemäss Prüfperimeter Bodenabtrag, so darf abgetragener Boden ohne Untersuchung nur am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Prüfperimeter Bodenabtrag

Folgebewirtschaftung rekultivierter Flächen

Ein wichtiger Punkt für eine erfolgreiche Rekultivierung ist eine sorgfältige Folgebewirtschaftung. Sie hat zum Ziel, dass der rekultivierte Boden und seine Fruchtbarkeit sich erholen können. Dies bedeutet:

  • Befestigung der labilen Bodenstruktur durch Lebendverbau mit Wurzelwerk. Die Tragfähigkeit und Befahrbarkeit des Bodens werden so verbessert und ein zusammenhängendes Porensystem gefördert.
  • Förderung der Bodentiere, vor allem der Regenwürmer, die nebst dem Graben von Grobporen vor allem auch für die Bildung der Ton-Humuskomplexe (Krümel) im Boden wichtig sind.
  • Belebung der biologischen Erschliessung inaktiver, verdichteter Schollen durch Feinwurzeln.

Damit diese Ziele erreicht werden, darf während der Folgenutzungsphase nicht die Maximierung des Ertrages, sondern muss die Optimierung der Lebensbedingungen für Pflanzen und Bodentiere absoluten Vorrang haben. Es ist daher wichtig, Fragen der Folgebewirtschaftung und der Ertragsausfallentschädigung im Voraus zu regeln.

Weitere Wegleitungen und Richtlinien