Richt-, Prüf- oder Sanierungswert

Böden sind mitunter so stark mit Schadstoffen belastet, dass ihre Nutzung mit einer Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen einhergehen kann. Je nach Ausmass der Belastung sind dann Nutzungen einzuschränken oder die betroffenen Böden zu sanieren. Die Kantone stützen sich hierbei auf die Vorgaben und Vollzugshilfsmittel des Bundes.

Einteilung Richt-, Prüf- und Sanierungswert

Die rechtlichen Grundlagen finden sich in der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) vom 1. Juli 1998. Diese setzt für eine Anzahl Schwermetalle und organische Verbindungen sogenannte Richt-, Prüf- und Sanierungswerte fest.

Richtwert

Wird ein Richtwert nach VBBo überschritten, bedeutet dies, dass die Bodenfruchtbarkeit und damit die Gesundheit des Bodens langfristig nicht mehr gewährleistet ist. Der Kanton muss in einem solchen Fall dafür sorgen, dass die Belastung nicht weiter ansteigt. Eine gesundheitliche Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen liegt nicht vor. Es gibt jedoch Beschränkungen für die Wiederverwendung von Bodenaushub, um eine Verschleppung der Belastung in unbelastete Gebiete zu vermeiden.

Prüfwert

Wird ein Prüfwert nach VBBo überschritten, muss der Kanton prüfen, ob eine konkrete Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen vorliegt. Hierzu werden neben der VBBo die Bestimmungen des Lebensmittel-, Futtermittel- und des Chemikalienrechts herangezogen. Zudem wird der aktuelle Stand des Wissens und der Erfahrung berücksichtigt. Ist eine konkrete Gefährdung vorhanden, muss die Nutzung des Bodens eingeschränkt werden. Der Kanton ist in diesem Fall verpflichtet, zum Schutz der Bevölkerung, der Tiere und der Pflanzen in den betroffenen Gebieten, Massnahmen zu verfügen oder Empfehlungen abzugeben.

Sanierungswert

Wird ein Sanierungswert nach VBBo überschritten, gilt eine Nutzung als gefährdend für Menschen, Tiere und Pflanzen. Für diese Gebiete gilt ein Nutzungsverbot. Zudem müssen die Schadstoffwerte auf gartenbaulich und landwirtschaftlich genutzten Flächen soweit gesenkt werden, dass eine Bewirtschaftung ohne Gefährdung von Menschen, Tieren und Pflanzen möglich ist.