Prüfperimeter Bodenabtrag

Böden können aufgrund von Schadstoffeinträgen chemisch belastet sein.  Werden bei Bauarbeiten potenziell schadstoffbelastete Böden abgetragen, dürfen diese nicht unkontrolliert verteilt werden. Damit belastete Böden nicht verschleppt werden, sind die gesetzlichen Vorgaben sowie die "Wegleitung Bodenaushub" (BAFU, Dez. 2001) zu beachten.

Die interaktive Hinweiskarte "Prüfperimeter Bodenabtrag" zeigt Flächen mit Verdacht auf eine Schadstoffbelastung von Böden sowie bekannte Bodenbelastungsgebiete. Sie dient als Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit mutmasslich belastetem, abgetragenem Boden. Die Karte hat rein informativen Charakter und ist nicht parzellenscharf. Sie wird periodisch nachgeführt und angepasst.

Der Prüfperimeter Bodenabtrag ist unabhängig vom Kataster der belasteten Standorte (KbS).
Bauprojekte auf Flächen, die im KbS eingetragen sind, werden nach Altlastenrecht beurteilt.

Massnahmen bei Bodenabtrag

Liegt ein Bauvorhaben auf einer Verdachtsfläche gemäss Prüfperimeter Bodenabtrag, so darf abgetragener Boden ohne Untersuchung nur am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Für Bauvorhaben in einem Bodenbelastungsgebiet sind die Massnahmen auf den folgenden Seiten beschrieben:

Verdachtsflächen im Prüfperimeter

Bei Verdachtsflächen muss aufgrund verschiedener Untersuchungen in der Schweiz mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der betroffene Boden mit Schadstoffen belastet ist. Der Prüfperimeter Bodenabtrag berücksichtigt die folgenden Verdachtsflächen:

Siedlungsgebiet

In Siedlungen konzentrieren und überlagern sich die Stoffflüsse der meisten menschlichen Tätigkeiten. Immissionen von verschiedensten Quellen (Industrie, Bauwesen, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern etc.) trugen zu Belastungen der langjährig genutzten Siedlungsböden bei. Untersuchungen zeigten, dass die Bodenbelastungen von der Nutzung und vom Siedlungsalter abhängen. Böden auf Siedlungsflächen, die länger als 50 Jahre genutzt wurden, sind mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Schadstoffen belastet.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Abgetragener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Familiengarten

Langjährig als Familiengarten genutzte Böden sind oft mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen belastet. Die einzelnen Parzellen innerhalb eines Familiengartenareals können unterschiedlich hoch belastet sein. Die Belastungssituation ist in erster Linie abhängig von der Art und Menge der eingesetzten Hilfsstoffe und Dünger.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Abgetragener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Rebbau

Zur Bekämpfung des falschen Mehltaus wurden im Rebbau während vieler Jahrzehnte und teilweise noch heute kupferhaltige Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Dadurch wurden die Rebberg-Böden teilweise stark mit dem Schwermetall Kupfer belastet.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Abgetragener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.


Gärtnerei

Bei Standorten mit gewerblichem Blumen- und Zierpflanzenanbau (Gärtnereien) sind die Böden sehr oft mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen belastet. Das Belastungsniveau innerhalb des Gärtnereibetriebs kann sehr unterschiedlich sein. Die Belastungssituation ist abhängig von der Art und Menge der eingesetzten Hilfsstoffe und Dünger.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Abgetragener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Schiessanlage

Geschosse weisen einen hohen Schwermetallgehalt auf. Durch die langjährige Schiesstätigkeit wurde der Boden im Bereich der Kugelfänge und vor den Schützenhäusern mit Schwermetallen belastet, insbesondere mit Blei. Im VSB werden sowohl Bereich vor dem Schützenhaus (Abschussstelle) als auch die Kugelfänge erfasst.

Massnahmen beim Bodenabtrag im Bereich Kugelfang: Untersuchung gemäss Verordnung über die Sanierung von belasteten Standorten (AltlV).

Massnahmen beim Bodenabtrag im Bereich Schützenhaus: Abgetragener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Korrosionsgeschütztes Objekt

Zum Schutz vor Korrosion werden Stahlobjekte, die im Freien stehen, beschichtet. Die Beschichtung enthält oft grosse Mengen von Schwermetallen, insbesondere Blei, Zink und Chrom. Durch ständige Bewitterung oder unsachgemässen Sanierungsarbeiten können diese in den angrenzenden Boden gelangen.

Erfahrungsgemäss sind bei Stahlmasten die Böden in einem Umkreis von 10 m mit Schadstoffen belastet. Bei Masten, die älter als 40 Jahre sind, muss mit einem Umkreis von 25 m gerechnet werden. Bei Stahlbrücken gilt der Boden im Umkreis von 20 Metern zum Objekt als belastet. Bei Transformatorenstationen, die bereits vor 1972 in Betrieb waren, muss zusätzlich mit Bodenbelastungen durch PCB gerechnet werden.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Abgetragener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Verkehr

Strassen
Die Böden entlang von Strassen sind schadstoffbelastet. Bei einem mittleren Verkehrsaufkommen zeigt sich, dass die Böden innerhalb von 5 m ab Fahrbahnrand mit Schadstoffen belastet sind. Bei hohen Verkehrsaufkommen ist der Belastungsstreifen 10 m breit, bei Autobahnen 15 m.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Ausgehobener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss der Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Eisenbahn
Die Böden entlang von Eisenbahnlinien sind schadstoffbelastet. Bei einem mittleren Bahnverkehrsaufkommen muss mit einer Schadstoffbelastung innerhalb eines Streifens von 5 m ab Schotterrand gerechnet werden. Bei Strecken mit einer hohen Verkehrsfrequenz ist der Belastungsstreifen 10 m breit.

Massnahmen beim Bodenabtrag: Ausgehobener Boden kann ohne Untersuchung am Ort der Entnahme weiterverwendet werden. Ist dies nicht möglich, muss er fachgerecht gemäss Abfallverordnung (VVEA, SR 814.600) entsorgt werden. Für alle weiteren Verwertungen muss der Boden vorgängig untersucht und die Weiterverwendung vom Amt für Umwelt genehmigt werden.

Bodenbelastungsgebiet

Gebiete mit einer grossflächigen Schadstoffbelastung des Bodens gelten als Bodenbelastungsgebiete. Die Belastungen entstanden meist durch industrielle Emittenten. Im Kanton Solothurn sind zwei Bodenbelastungsgebiete bekannt:

Bodenbelastungsgebiet Biberist-Gerlafingen

Bodenbelastungsgebiet Dornach