Benutzung des Staatsarchivs

Allgemeines

Das Staatsarchiv bewahrt gemäss § 7. Abs. 1 des Archivgesetzes vom 25. Januar 2006 (BGS 122.51) die archivwürdigen amtlichen Dokumente der Behörden auf.
Auskünfte über Archivbestände werden in der Regel kostenlos erteilt. Bei aufwändigen Nachforschungen wird der Zeit- und Arbeitsaufwand verrechnet (175 Franken pro Stunde für wissenschaftliche Nachforschungen, 95 Franken pro Stunde für nichtwissenschaftliche Nachforschungen gemäss der Weisung über den Vollzug des Gebührentarifs vom 29. Juni 1993).

Schriftliche Anfragen sind nicht an einzelne Mitarbeiter/innen zu richten, sondern unpersönlich an das Staatsarchiv. Die Wohnadresse ist immer anzugeben, die E-Mail-Adresse genügt nicht.

Lesesaal

Die Benutzung des Lesesaals ist unentgeltlich.

Archivalien können gemäss § 9. Abs. 1 der Archivverordnung vom 23. Oktober 2006 (BGS 122.511) nur im Lesesaal konsultiert werden. Die Ausleihe von Akten und Dokumenten an Privatpersonen ist nicht möglich.

Archivalien-Bestellungen werden zwischen 8.00-9.00, 9.30-11.30, 13.45-15.30 und 16.00-16.30 Uhr entgegengenommen und fortlaufend ausgeführt.

Es werden maximal 5 Archivalieneinheiten (Faszikel, Schachteln, Bände, Ordner, Pläne usw.) pro Benutzer/in gleichzeitig ausgegeben. Neue Archivalieneinheiten werden erst nach Rückgabe der vorher bestellten Archivalieneinheiten vorgelegt.

Die Pläne vor 1870, die Urkunden und die Originalpfarrbücher 1580 - 1835 sind für die Benutzung im Lesesaal gänzlich gesperrt.

Die Beratung durch das Archivpersonal erstreckt sich vornehmlich auf Hinweise zur Auffindung der einschlägigen Archivalien und die Vorlage der einschlägigen Findmittel. Ein Anspruch auf Unterstützung beim Lesen von Archivalien besteht nicht.

Zugänglichkeit der Archivbestände

Seit dem 1. Januar 2003 gelten die Bestimmungen des Informations- und Datenschutzgesetzes vom 21. Februar 2001 (Info DG, BGS 114.1) und der Informations- und Datenschutzverordnung vom 10. Dezember 2001 (Info DV, BGS 114.2). Die im Staatsarchiv aufbewahrten Unterlagen sind zugänglich, sofern nicht ein Gesetz oder schützenswerte private oder wichtige öffentliche Interessen einer Benutzung entgegenstehen (§ 13, Abs. 1, lit. a Info DG). Besonders schützenswerte Personendaten können erst nach Ablauf einer Schutzfrist von 30 Jahren seit dem Tod oder 110 Jahren seit der Geburt einer Person eingesehen werden (§ 21, Abs. 5 Info DG). Bezüglich archivierter Dokumente ist während 30 Jahren seit der letzten Aufzeichnung die Behörde zuständig, welche sie erstellt beziehungsweise dem Archiv abgeliefert hat, danach die Archivbehörde (§ 35, Abs. 1 Info DG). Bei mündlichen oder schriftlichen Gesuchen um Aktenzugang müssen die amtlichen Dokumente hinreichend genau bezeichnet werden (§ 34 Info DG). Die Archivbehörde kann Schriftlichkeit der Gesuche verlangen (§ 7, Abs. 1 Info DV). Würde der Aktenzugang einen besonderen Aufwand der Archivbehörde erfordern, kann er vom Nachweis eines schutzwürdigen Interesses abhängig gemacht werden (§ 12, Abs. 2 Info DG). Wenn der Zugang zu amtlichem Schriftgut einen besonderen Aufwand verursacht, werden die im Gebührentarif vorgesehenen Ansätze erhoben (§ 40, Abs. 2, lit. a Info DG).

Reproduktionen

Fotokopien stellt nur die Lesesaalaufsicht her. Bestellungen werden zwischen 8.00-9.00, 9.30-11.30, 13.45-15.30 und 16.00-16.30 Uhr entgegengenommen.

Tarife in CHFA4 SeiteA3 Seite
Fotokopien 0.500.70
Rückvergrösserungen ab Mikrofilmlesegerät1.502.00

Für Aufträge von mehr als 40 Kopien werden Aufwandentschädigungen verlangt.

Die Lesesaalaufsicht stellt Kopien im Rahmen ihrer Arbeitsbelastung her. Wartezeiten müssen in Kauf genommen werden. Die Kopien sind bei Erhalt bar zu bezahlen. Rabatte werden keine gewährt. Es besteht kein Recht darauf, ganze Archivalieneinheiten kopieren zu lassen. Besonders wertvolle, gefährdete oder restaurierte Archivalien (kolorierte Pläne des 18./19. Jahrhunderts, Urkunden, Archivalien in gebundener Form vor 1920 gemäss spezieller Liste) werden nicht kopiert. Dasselbe gilt für die Findmittel.

Farbkopien, Dias oder Fotografien sind bei der Lesesaalaufsicht schriftlich zu bestellen. Sie werden auf Rechnung des/der Auftraggebers/in durch eine/n Fotografen/in oder ein Reprogeschäft hergestellt. Das Copyright verbleibt beim Staatsarchiv.

Reproduktion von Archivgut in CHF
Aufwandgebühr pro Fiche oder Original

30.00                   

Das Fotografieren von Archivalien in gebundener Form mit dem eigenen Apparat kann den Benutzern/innen auf Gesuch hin erlaubt werden, sofern die Originale keinen Schaden erleiden und die nötige Fotoausrüstung vorhanden ist (Blitzlichtaufnahmen verboten). Fotografiert wird in den Räumen des Staatsarchivs unter Aufsicht des Personals. (Ausnahme: Originalpfarrbücher 1580 - 1835). Die Fotografien sind zum persönlichen Gebrauch gedacht, eine Verbreitung im Internet ist ohne ausdrückliche Erlaubnis des Staatsarchivs untersagt. Bei den Originalpfarrbüchern 1580 - 1835 ist auf die fotokopierten Exemplare, bei den Urkunden auf Mikrofilme, bei den Plänen vor 1870 auf Ilfochrom-Micrographic-Fichen auszuweichen. Pläne, von denen Ilfochrom-Micrographic-Fichen zur Verfügung stehen, werden auch zum Zweck des Fotografierens nicht mehr vorgelegt.

Empfehlungen für das Zitieren von Archivalien
Das Ziel der Zitation ist die spätere Wiederauffindbarkeit der verwendeten Archivalien durch deren eindeutige Identifizierbarkeit.

a.)Ausführliche Zitation, etwa in Bibliografien

ISIL-Nummer des Staatsarchivs, Name des Archivs (Sigle [Kürzel StA für Staatsarchiv + Autokennzeichen SO]), Akzessionsnummer, Bestandsbezeichnung, Verzeichnisposition, Titel, ev. Datum.

Beispiel:
CH-000043-5, Staatsarchiv Solothurn (StASO), Ak. 2009/19, Lehrerseminar und Pädagogische Hochschule, 19.9.1 Konferenz Leitungsteam Ausbildung: Protokolle 1923.

b.) Kurzzitation beispielsweise in Fussnoten

Archiv-Sigle, Akzessionsnummer, Bestandsbezeichnung, Verzeichnisposition, zitiertes Dokument, ev. Seitenangaben, Abbildungsnummer, etc.

Beispiel:
StASO, Ak. 2009/19, Lehrerseminar und Pädagogische Hochschule, 19.9.1 Konferenz Leitungsteam Ausbildung: Protokolle, 23.3.1923, S. 4.

Oder noch knapper:
StASO, Ak. 2009/19, Lehrersem. u. Päd. Hochschule, 19.9.1: Prot., 23.3.1923, S. 4.

Belegexemplare

Werden Archivalien des Staatsarchivs für Publikationen benutzt, ist dem Staatsarchiv gemäss § 12. Abs. 2 des Archivgesetzes vom 25. Januar 2006 (BGS 122.51) ein Belegexemplar abzuliefern.