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Rathaus Solothurn

Rathaus, Südfassade




Das Solothurner Rathaus ist im Verlaufe der Jahrhunderte von einem historischen Kern aus gewachsen. Ausgehend vom sogenannten "Armbruster-Haus", das vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt, und das die Regierung im Jahre 1474 von Balthasar Remp erwarb, wurde das Gebäude in mehreren Schritten vor allem nach Westen und Süden erweitert.

 

Der erste Umbau fand unter der Leitung von Conrad Späti ab 1476 bis zum Bezug des Rathauses im Jahre 1483 statt; der Innenausbau wurde allerdings erst 1490 fertiggestellt. Finanziert wurde dieser erste Umbau, bei dem das ursprüngliche Wohnhaus zu einem eigentlichen Rathaus umgebaut wurde, mit dem Gewinn aus den Burgunderkriegen. Während dieser ersten Umbauphase wurde an der Ostseite des Hauses ein Treppenturm mit einem mit 1300 Ziegeln gedeckten Spitzhut als Dach angebaut. Dieser Treppenturm ist heute als Mittelturm der Ostfassade zu sehen, allerdings hat er Mitte des 18. Jahrhunderts seinen Spitzhut verloren und präsentiert sich seit damals mit einem Flachdach. Rund 150 Jahre später, 1623, wurde südlich an diesen mächtigen Treppenturm ein kleinerer Turm angebaut, der zur Archivierung der Akten diente.

 

Wiederum 80 Jahre später, 1703, wurde nördlich an den Treppenturm ein dem bereits stehenden südlichen Turm nachgebildeter dritter Turm angebaut. Gleichzeitig wurde im mittelalterlichen Hauptturm eine neue Treppe eingebaut und das barocke Hauptportal geschaffen. Rechts und links vom Portal, neben den grotesken Köpfen, haben sich die beiden Verantwortlichen, der Werkmeister der Stadt, Wilhelm Säli, und der Steinbildhauermeister, Wilhelm Keller, mit Portraitköpfen verewigt. Das ganze Ensemble bildet heute die markante ‚Prunkfassade‘ an der Ostseite.

 

1574-1579 wurde das Rathaus erstmals nach Westen hin erweitert, indem die anstossende Liegenschaft an der Barfüssergasse zum Stadtschreiberhaus umgebaut wurde. 1677-1678 erfolgte die zweite Erweiterung mit dem Bau der neuen Kanzlei und der neuen Fassade des Stadtschreiberhauses. Der dritte Erweiterungsbau nach Westen erfolgte 1919 und der vierte 1933/1934. An der Rathausgasse (früher Eselsgasse) entstand in den Jahren 1903-1905 der heutige Südflügel nach den Plänen des in Berlin tätigen Bündner Architekten J. Colani (dies an Stelle eines 1745 erstellten Traktes sowie der daneben gelegenen Eselsmühle). Die noch vom Historismus beeinflusste Fassade weist eine reiche Jugendstilornamentik auf.

Der an der Nordfassade vorstehende vieleckige Treppenturm mit der steinernen Wendeltreppe wurde 1632-34 durch Werkmeister Konrad Gibelin und Steinmetz Klaus Altermatt erstellt. Er diente als neuer Zugang zum St.-Ursen-Saal, welcher seit der ersten Rathauserweiterung bestand und gleichzeitig mit dem Turmanbau mit Getäfer im barocken Stil ausgestattet wurde. In diesem repräsentativen Ratssaal fanden die Sitzungen des Grossen Rates, die Empfänge der Ambassadoren und der eidgenössischen Abgesandten statt (mit der Tagsatzung 1729). Weitere Neuausstattungen des Ratssaals sind für die Jahre 1752/53 und 1832/33 überliefert. 1904/05 wurden dekorative Wand- und Gewölbemalereien, die Wappen der 10 solothurnischen Bezirke, die hölzernen Fenstereinfassungen und eine in einem Halbrund angeordnete Bestuhlung aus Eichenholz angebracht. Die Sitzordnung im Saal wurde um 180° gedreht und im hintersten Teil des Saales wurde eine feste Zuschauertribüne eingerichtet. 1961 wurde die Zahl der Ratsmitglieder in der Kantonsverfassung auf 144 festgelegt. Seit 2005 umfasst das Parlament nur noch 100 Mitglieder. Im 2012 wurde der Kantonsratssaal von den Solothurner Architekten Guido Kummer+Partner umfassend renoviert, ganz neu möbliert (mit angepasster Sitzzahl) und mit moderner – vor allem elektronischer – Infrastruktur ausgestattet.

 

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