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KANTONSRAT: Flächendeckende Einführung von Blockzeiten ab 2007

24.02.2006 - Solothurn – Im Kanton Solothurn sollen alle Kinder des Kindergartens und der Volksschule ab dem Schuljahr 2007/2008 vormittags während dreieinhalb Stunden unter der Obhut des Kindergartens respektive der Schule stehen. Die kantonsrätliche Bildungs- und Kulturkommission befürwortet die dafür nötigen Änderungen des Volksschulgesetzes.

Der Solothurner Kantonsrat forderte im Mai 2005, dass auf der Volksschulstufe und im Kindergarten im ganzen Kanton Solothurn sogenannte grosse Blockzeiten per Schuljahr 2006/2007 eingeführt werden. Der Regierungsrat hat nun die gesetzlichen Bestimmungen vorgelegt. Die Bildungs- und Kulturkommissionunter der Leitung ihres Präsidenten Kurt Henzi (FdP, Dornach), unterstützt die Vorlage einstimmig.

Blockzeiten gelten als wichtige familienunterstützende Massnahmen und entsprechen den Forderungen von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Ferner verhelfen sie dem Kanton Solothurn zu mehr Standortattraktivität.

Auf der Primarschulunterstufe sind vier Lektionen pro Vormittag und im Kindergarten dreieinhalb Stunden pro Vormittag geplant. Aufgrund der gesellschaftspolitischen Forderung einer einheitlichen Handhabung von Blockzeiten für den ganzen Kindergarten- und Volksschulbereich ist der «kleine Kindergarten» (5-jährige) ebenfalls einzubeziehen.

Die Einführung von grossen Blockzeiten verändert die Zeitstrukturen und Lerngruppenbildung (Halbklassenunterricht, auch Schichtlektionen genannt). Weiter ist auch der Schulunterricht selber hinsichtlich seiner Methodik, Didaktik und Arbeitsabläufe anzupassen. Blockzeiten sind demzufolge nicht ausschliesslich organisatorische Massnahmen, sondern gleichfalls eine Unterrichts- und Schulentwicklungsaufgabe und somit auch eine Herausforderung für die Lehrperson.

Da die Bedürfnisse für die Ausgestaltung der Blockzeiten in städtischen und ländlichen Regionen unterschiedlich sind, sollen die Gemeinden einen gewissen Spielraum erhalten. Entsprechende Bewilligungen erteilt das Amt für Volksschule und Kindergarten.

Damit aber die Chancengerechtigkeit gewahrt bleibt, wird die maximale Unterrichtsdauer für die 1. und 2. Klasse der Primarschule auf maximal 25 Lektionen festgelegt. Die Einführung von flächendeckenden Blockzeiten ist für die Solothurner Schullandschaft ein zukunftsweisender Schritt.