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Kanton vergibt 2005 sieben Werkjahrbeiträge


16.02.2005 - Solothurn - Das Kantonale Kuratorium für Kulturförderung vergibt im Auftrag des Regierungsrates auch in diesem Jahr wiederum sieben Werkjahrbeiträge von je 18’000 Franken als Starthilfe an Kunstschaffende aus verschiedenen Fachbereichen. Die Übergabe findet am Samstag, 18. Juni im Rahmen einer öffentlichen Feier auf Schloss Waldegg in Feldbrunnen-St. Niklaus statt.

Für das bisherige Schaffen, die aktuelle Arbeit, geplante neue Werke oder das Ermöglichen von Studien, erhalten Kunstschaffende mit einem Bezug zum Kanton Solothurn seit 1985 Werkjahrbeiträge. Berücksichtigt werden Künstler, die im Kanton geboren und aufgewachsen sind, im Kanton Solothurn gebürtig sind sowie Kunstschaffende die im Kanton Solothurn wohnen und wirken.

Im Jahr 2005 erhalten die folgenden Kunstschaffenden einen Werkjahrbeitrag von je 18’000 Franken:

GULDIMANN Martin
Bildender Künstler geboren 2. Dezember 1970 in Solothurn Bürger von Oekingen, Horriwil, Lostorf 4053 Basel, Delsbergerallee 31

Der Bildende Künstler Martin Guldimann ist 1970 in Solothurn geboren und im Wasseramt aufgewachsen. Nach der Matura an der Kantonsschule Solothurn besuchte er den gestalterischen Vorkurs an der Schule für Gestaltung Basel. Danach studierte er an der Schule für Gestaltung und Universität Bern und schloss mit dem höheren Lehramt für Bildnerisches Gestalten ab. Heute arbeitet er in seinem Atelier in Basel. Seit seinem Studium hat er sich ganz den elektronischen Gestaltungs- und Kunstmedien verschrieben. Mit den Mitteln der digitalen Bildbearbeitung, des Videos und der digitalen Fotografie schafft er mit ausserordentlicher Beharrlichkeit an seinem eigenständigen Werk. Besonders die Arbeiten, die er aus einem Atelieraufenthalt in New York zurückbrachte, beeindrucken durch ihre Präzision, Einfühlsamkeit und künstlerische Qualität. Seine Arbeiten, welche den Menschen in der anonymen Masse oder als anonyme Modellfigur ins Zentrum stellen, wurden regelmässig in die kantonalen Jahresausstellungen aufgenommen und brachten ihm schon einige Anerkennung ein.

WÄLTI Nancy
Bildhauerin geboren 8. September 1977 in Solothurn Bürgerin von Grenchen 4500 Solothurn, Adlergasse 8

Die Bildhauerin Nancy Wälti wurde 1977 in Solothurn geboren. Sie besuchte die Schulen in Grenchen, Solothurn und Moutier. Sie erlernte den Beruf einer Steinbildhauerin, nahm während ihrer vierjährigen Lehre Zeichnungskurse an der Kunstgewerbeschule in Bern und arbeitet heute als freischaffende Künstlerin in Solothurn. Ihren Lebensunterhalt und ihr Material – den Solothurner Stein – für ihre Arbeiten verdient sie durch eine Teilzeitanstellung. Die überraschenden Sujets ihrer plastischen Arbeiten, ihre "Sekundenzeichnungen" mit dem Bleistift und ihr Vorschlag für ein "Kunst am Bau – Projekt" fielen dem Fachausschuss auf.

GASSER Barbara
Cellistin geboren 30. Juni 1977 in Solothurn Bürgerin von Laupersdorf 2502 Biel, Wasenstrasse 12

Die Cellistin Barbara Gasser ist 1977 in Solothurn geboren und aufgewachsen. Am Konservatorium in Biel erwarb sie 1999 das Lehrdiplom und schloss 2002 ihre Studien bei Marc Jaermann in Lausanne mit dem Konzertdiplom ab. In verschiedenen Meisterkursen ergänzte sie ihre Ausbildung. Barbara Gasser hat mehrere Auszeichnungen erhalten und ist vielfach auch als Solistin erfolgreich aufgetreten. Zurzeit spielt sie am ersten Pult im Schweizer Kammerorchester. Sie unterrichtet und ist mit verschiedenen Projekten beschäftigt. Das klassische Repertoire ist ihr Fundament. Zeitgenössische Musik, Improvisation und Experiment, Zusammenspiel mit anderen Instrumenten, Verbindung mit Theater und Tanz bis hin zum vergnüglichen Musizieren mit einem "Cantautore" sind ihre Vorlieben.

KUNZ André
Gitarrist geboren 22. Mai 1970 in Olten Bürger von Wisen 4612 Wangen, Dorfstrasse 229

Der Gitarrist André Kunz wurde 1970 in Olten geboren. Im Dezember 1998 hat André Kunz nach vier Jahren Studium das berühmte Berklee College of Music in Boston mit Summa Cum Laude abgeschlossen. Davor war er im Münchner Gitarren-Institut und an der Jazzschule Basel. Mit seinem gegenwärtigen Trio «Electric Wednesday» steht er jeden Mittwoch in Olten auf der Bühne. Diese feste Formation ist ihm heute wichtig, um darin seine improvisierte Musik weiter entwickeln zu können. Und diese Entwicklung, die ständige Verbesserung, ist bei ihm gut zu verfolgen. In den USA hat er Neues kennengelernt und Kontakte mit Neuem geschlossen. Mit Musikern aus Taiwan (Phil Chang, Voc), den USA (Wayne Krantz, gtr), oder Kenia (Eric Wainaina, Sänger und Komponist) hat er zusammen gearbeitet, im Schmelztiegel Berklee oder auf Tourneen in Europa und den USA. Seine neuste CD «Acoustic Tales» entstand in Portugal. Aufnahmen mit Roland Philipp‘s «Cosmic Dog» in Holland. Seine Wurzeln aber sind in der Schweiz, in Olten. Von hier aus sucht er den musikalischen Dialog mit der Welt. Er möchte und hat etwas zu sagen, und das tönt immer besser.

GROB Renato
Bühnenbildner geboren 13. August 1968 in Olten Bürger von Winznau 3012 Bern, Daxelhoferstrasse 5

Der Bühnenbildner Renato Grob, 1968 in Olten geboren, ist ein Objekt-, Requisiten- und Kulissenbauer, der immer wieder neue und ungewohnte Wege geht. Er verbindet Elemente des Objekttheaters, der Pyrotechnik und besondere Lichteffekte in einem ausgeklügelten Zusammenspiel zu einer neuen Art von Theater: dem "Pyromagischen Objekt-Theater". Als gelernter Tiefbauzeichner, erfahrener Theatertechniker und diplomierter Bühnen-Pyrotechniker versteht Renato Grob es heute, seine gestalterischen Ideen mit technischem Flair umzusetzen und in eine bewegte theatralische Inszenierung zu transformieren. Einzigartig an seiner Arbeit ist seine Vielseitigkeit, sein spielerischer Umgang mit den Elementen und sein Erfindungsgeist. So entwickelte er 2002 für AKUA von Karls Kühne Gassenschau die Wasserfee und das Seeungeheuer, welches er während den Vorstellungen auch selber animierte. Nun steht sein erstes eigenes Projekt kurz vor der Première: Das musikalisches Objekttheater "Hirn und zurück".

NICHELE WIGGLI Bea
Tänzerin und Choreografin geboren 24. September 1967 in Basel Bürgerin von Seewen 4153 Reinach, Rainenweg 21A

Die 1967 geborene Tänzerin und Choreographin Bea Nichele Wiggli ist Bürgerin von Seewen und lebt in Basel. Ihre Ausbildung holte sie sich am CH-Tanztheater in Zürich. Ihre Projekte sind Sprech- und Bewegungstheater, Tanz, Artistik, Performance. Sie ist Mitglied von Cîrqu’enflex. "Cîrqu’enflex, der kleine Circus aus Basel ist kein Circus mit scharfem Z und knackigem K. Keine Tiere, keine Truppe(n), kein Lastwagenkonvoi voller Elektronik und special-effects. Ein Zelt, Artisten, Musik, eine wahre Geschichte. Circus pur. Seit zehn Jahren betreibt Cîrqu’enflex, betreiben Fabian und Bea Nichele Wiggli und Catherine Rutishauser Circusforschung und befragen die kreisrunde Bühne und den umgebenden Raum mit circensischen Mitteln, mit Humor und Poesie. Zum Vorschein kommen nie gesehene Bilder, nie gehörte Töne und Einblicke in neue Wirklichkeiten. Zum Vorschein kommt eine bezaubernde, eine verzaubernde Einfachheit." Eines der jüngsten Projekte, "knock-out", realisierte Bea Nichele Wiggli zusammen mit Boxerinnen. In "knock-out" sind Boxerinnen auch Tänzerinnen und umgekehrt. Die COMPAGNIE BE WILLIE? um Bea Nichele Wiggli rührt am Tabu Frauenboxen. Sie räumt auf mit den Mythen um den Boxkampf, erzählt von Gladiatoren und vom Tod im Ring, vom Siegen und vom Verlieren, von der Gewalt, vom Hinsehenmüssen und Wegschauenwollen.

HÄNGGI Marcel
Literat geboren 17. Mai 1969 in Zürich Bürger von Nunningen 8032 Zürich, Hofstrasse 16

Der 1969 geborene Literat Marcel Hänggi ist Bürger von Nunningen und lebt in Zürich. Nach einem längeren Unterbruch – er war Vertreter der Caritas bei Anhörungen im Asylverfahren und baute das Jugendhaus in Dielsdorf auf – hat er sein Studium der Germanistik und Geschichte in Zürich 2003 abgeschlossen. Seitdem ist er bei verschiedenen Medien als freier Journalist und Redaktor tätig. Zurzeit arbeitet er an einem Romanprojekt; die bereits vorhandenen Texte dazu überzeugen durch sprachliche und erzählerische Qualitäten. Eine alltägliche Liebesgeschichte, psychologisch nuanciert, mit Ernst aber auch mit Leichtigkeit erzählt, ist integriert in einen realen Lebensraum und die realen Ereignisse des Jahres 1999. Die Landschaft, das soziale und berufliche Umfeld, die wechselnden Befindlichkeiten werden genau gezeichnet. Die Liebenden reden über Treue, Untreue, Eifersucht, über Filme, Musik - und immer wieder über den Krieg im Kosovo, seine Gründe und Hintergründe. Dabei gelingt es dem Autor, die Gespräche so zu gestalten, dass sie sich wie natürlich aus der individuellen Lebenslage der Romanfiguren heraus entwickeln. Es sind gerade auch diese fesselnden Streitgespräche, die die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten.