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Volkszählung 2000 – Resultate des Kantons Solothurn liegen vor

31.03.2004 - Solothurn – Die Alterung im Kanton Solothurn schreitet weiter voran, denn die bevölkerungsstarken Jahrgänge (Jahrgänge 1955 – 1965) kommen in die Jahre. Die Geburtenrate verharrt allerdings weiter auf einem tiefen Niveau. Sieben von zehn erwerbstätige Personen im Kanton gehen ausserhalb ihrer Wohngemeinde zur Arbeit. Die für den Weg benötigte Zeit ist nur leicht gestiegen, da auf schnellere Transportmittel umgestiegen wurde. Demzufolge ist die Zunahme des Individualverkehrs ungebremst. Dies und anderes ist aus der Mitteilung "Volkszählung 2000" der Abteilung Finanzausgleich und Statistik zu entnehmen, welche über kantonale und regionale Resultate der grossen nationalen Strukturerhebung informiert.

Die eigentliche Bevölkerungszahl ist nur ein kleines Mosaiksteinchen der Volkszählung 2000. Die letzte Volkszählung ist multifunktional auswertbar: Ein kleiner Ausschnitt daraus wird in der statistischen Mitteilung abgebildet, so beispielsweise die Entwicklung der Alterung, der Bildungsstand der Frauen, die Entwicklung der Teilzeittätigkeit, die Pendlerentwicklung, die Haushaltsentwicklung oder die Gemeinde- und Religionsbindung.

Rund ein Viertel der Solothurner Bevölkerung ist 19 Jahre oder jünger. Mehr als ein Sechstel der Bevölkerung dagegen ist im Kanton 65 Jahre oder älter. Es gibt allerdings sehr grosse Unterschiede bei den Gemeinden, so liegen die Anteile bei den Jungen (0-19 Jahre) zwischen 17,9 und 38,4 Prozent von der jeweiligen Dorfbevölkerung.

Die Anzahl der Frauen mit einer Ausbildung (mindestens obligatorische Schule) hat in den letzten zwei Jahrzehnten um 16,3% zugenommen. Der Trend Richtung höherer Bildung setzt sich fort. Während die Anzahl der Frauen mit der obligatorischen Ausbildung als höchste erworbene Ausbildung in den letzten beiden Jahrzehnten stetig zurückging, stieg die Anzahl der Frauen, welche über eine Berufsausbildung oder eine höhere Schule verfügen, stark an. Im Vergleich zu 1980 verfügen inzwischen 6 (1980: 4) von 10 Frauen über eine weitere Ausbildung als die obligatorische Schule als höchst erworbene Schulausbildung.

Teilzeitarbeit ist stark branchenabhängig und mehrheitlich weiblich: Mehr als jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet Teilzeit. Die erwerbstätige Bevölkerung steigt durch die Teilzeitarbeit der Frauen stetig an. So legten die Teilzeitjobs bei den Frauen mit 6 bis 24 Wochenstunden in den letzten 20 Jahren um +147% und der Teilzeitjob mit mehr als 25 Arbeitsstunden um +78,7% zu. Der Teilzeitjob ist jedoch sehr stark Branchenabhängig. In den Branchen "Unterrichtswesen" und "Gesundheits- und Sozialwesen" ist nicht nur der Frauenanteil erwartungsgemäss hoch, sondern auch der Anteil der teilzeitarbeitenden Frauen (66,4% respektive 62,5%). Bei den Männern arbeitet nur jeder 17. männliche Beschäftigte Teilzeit.

Im Kanton Solothurn arbeiteten im Jahre 2000 37'927 Personen in der gleichen Gemeinde, in der sie auch wohnhaft sind. Dies sind 39,7 Prozent weniger als 1970. Sieben von zehn erwerbstätigen Personen arbeiten ausserhalb der Wohngemeinde. Bei den Wegpendlern wurde in der gleichen Zeitspanne eine Zunahme von 36,0% (andere Gemeinde im Kanton) respektive von 200,7% (andere Gemeinde ausserhalb des Kantons) verzeichnet. Es gibt regional starke Unterschiede: so arbeitete zum Beispiel im Jahr 2000 jeder vierte Erwerbstätige (25,1%) der Region Dorneck/Thierstein in der Stadt Basel. Der Zeitbedarf für in der Regel weiteren Arbeitsweg ist allerdings nur leicht gestiegen. Diese zeitliche Stabilität ist vom Mobiliätsforscher Zahavi als "Gesetz des stabilen Zeitbudgets" erklärt worden. Um das Zeitbudget bei längeren Arbeitswegen gleich zu belassen, muss entweder von langsameren auf schnellere Verkehrsmittel umgestiegen oder mit dem gleichen Verkehrsmittel eine höhere Geschwindigkeit erreicht werden. Somit erstaunt nicht, dass der Individualverkehr (Auto, Motorrad, Mofa, Velo) in den letzten 30 Jahren stetig zugenommen hat. Die Zunahme beträgt 68,3 Prozent von 1970 bis 2000.

Die Anzahl der Einpersonenhaushalte hat sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht und diejenige der Paarhaushalte ohne Kinder hat sich verdoppelt. Während sich die Anzahl Paarhaushalte mit Kinder seit 1970 deutlich rückläufig entwickelt hat (-3'447 Einheiten; -9,8%) stieg die Anzahl Haushalte mit (alleinerziehenden) Elternteilen mit Kinder um 1’392 Einheiten auf 5'030 Einheiten (+38,3%) an.

Eine Person beansprucht immer mehr Raum: Sind in einem Einzimmerhaushalt durchschnittlich noch mehr als eine Person wohnhaft, so liegt dieser Wert ab zwei Zimmern unter 0,65 Personen. Bei einem Sechs-Zimmer-Haushalt hat jede Person durchschnittlich zwei Zimmer zur Verfügung.
 
Eine Analyse der "Gemeindebindung" zeigt, dass jede dritte Person ab dem 30. Lebensjahr seiner Geburtsgemeinde als Wohngemeinde treu bleibt. Sie ist bei den Gemeinden allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Anteile liegen zwischen 16,4% und 62,3%.

Die Bedeutung der Landeskirchen ist rückläufig, Konfessionslose und Mitglieder islamischer Religionsgemeinschaften werden zahlreicher.

Die Publikation kann beim Amt für Finanzen, Abteilung Finanzausgleich und Statistik, Rathaus, 4509 Solothurn bezogen werden. Internet-Bezugsquelle: http://www.statistik.so.ch