Alterspolitik
Die demografischen Prognosen machen deutlich, dass sich die Anzahl der ältern und insbesondere der hochbetagten Personen in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln wird. Das Sozialwesen ist gefordert, für die älter werdende Bevölkerung geeignete Angebote für die Zukunft zu entwickeln und sicherzustellen.
Die Säulen der Alterspolitik
Prävention. Mit rechtzeitiger Prävention sollen Menschen ihre Selbständigkeit bis ins hohe Alter möglichst lange behalten. Durch Beeinflussung von Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, der frühzeitigen Erfassung von medizinischen Risikofaktoren und durch gezielte Anreize weiterhin am kulturellen und gesellschaftlichen Leben Anteil zu nehmen, soll Pflegebedürftigkeit verhindert oder wesentlich verzögert werden.
Ambulante Dienste. Die ambulanten Dienste bestehen nicht nur aus Organisationen der Haus- und Krankenpflege. Sämtliche Beratungs-, Transport-, Mahlzeiten-, Sport- und Haushilfedienste schliessen den Kreis des umfassenden ambulanten Angebotes.
Neue Wohnformen. Neue Wohnformen schliessen die Lücke zwischen dem ambulanten und stationären Bereich. Eigenständige Wohnformen wie z.B. Alters- und Wohngemeinschaften, Pflegewohnungen zeichnen sich durch einen hohen Grad von Selbstorganisation aus.
Die stationären Institutionen bestehen aus den Alters- und Pflegeheimen und den Spitälern. Ziel solothurnischer Alterspolitik ist es, sowenig Heime wie möglich zu betreiben und zu finanzieren. Wenn wir der bisherigen demografischen Entwicklung folgen würden, wären im Kanton Solothurn auf das Jahr 2010 500 neue Alters- und Pflegeheimbetten zu erstellen. Nach der Heimplanung 2005 können aber nur 200 Betten, im Maximum also 2600 Betten betrieben werden. Im Kanton Solothurn existiert heute ein national gesehen forschrittliches Konzept der Altersbetreuung. Insbesondere um die durchmischten Heime (leicht und schwer pflegebedürftige Menschen werden nicht in verschiedenen Institutionen oder Abteilungen gepflegt) und um die knappe Anzahl Betten im Vergleich zu anderen Kantonen wird der Kanton Solothurn benieden. Die knapp 50 Heime verfügen über ein modernes, den Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes ensprechendes Bedarfserfassungsinstrument (RAI, Resident Assesment Instrument). Damit kann nicht nur eine genauere Taxierung realisiert werden. Im Qualitätsbereich können Daten aufbereitet werden, welche für die Planung und die Qualitätsentwicklung nutzbar gemacht werden. Auch in stationären Institutionen ist über Aktivierung und Mitgestaltung des "heimischen" Lebens so lange wie möglich die Selbst- und Mitbestimmung aufrechtzuerhalten.
Integration und Vernetzung sollen eine integrale Betrachtungsweise der Altersarbeit ermöglichen. Die verschieden Angebote sind übergreifend zu vernetzen und den wandelnden Anforderungen anzupassen. Dabei soll die ganzheitliche Sicht der Alterspolitik innerhalb eines Gebietes die Koordination und Vernetzung der Angebote vielfältige nachfrageorientierte Lösungen sowie Effektivität und Wirschaftlichkeit beim Einsatz der Mittel im Mittelpunkt stehen.

