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Zecken


Zecken werden wissenschaftlich zu den Spinnentieren gezählt; es handelt sich also nicht um Insekten. Zecken brauchen zu Wachstum und Vermehrung Blut, das sie bei Mensch und Tier saugen. Mit ihrem Beisswerkzeug können sie sich unbemerkt in die Haut einboren und Blut abzapfen. Sie leben im Unterholz, aber auch im Gras und heften sich an vorbeigehenden Menschen oder Tieren an. Gefährlich sind sie nicht, weil sie Blut saugen, sondern weil sie beim Saugakt Krankheiten übertragen können. Die beiden wichtigsten Krankheiten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME; „Zecken-Hirnhautentzündung“) und die Borreliose. Daneben gibt es noch seltene Beobachtungen von anderen Krankheiten, die bei Zeckenstichen übertragen werden.


FSME

Die FSME ist eine durch Viren verursachte Erkrankung und kann deshalb nicht mit Antibiotika behandelt werden; hingegen existiert eine Impfung, die nach dreimaliger Verabreichung einen sehr zuverlässigen Schutz bietet. Die Ausbreitung der mit FSME-Viren verseuchten Zecken beschränkt sich im Kanton Solothurn gegenwärtig auf wenige Regionen (Bellach/Lommiswil/Langendorf, Oensingen); allerdings besteht keine Garantie, dass die Zecken ausserhalb dieser Regionen frei von FSME-Viren sind. Wir empfehlen allen, die sich beruflich oder privat häufig in diesen Gebieten aufhalten, die Impfung; Kindern wird sie allgemein aber erst ab dem 6. Lebensjahr empfohlen.

Die bekannten FSME-Endemiegebiete in der Schweiz finden Sie hier (Stand Mai 2010).


Borreliose

Nicht an bestimmte Regionen gebunden ist das Vorhandensein von sogenannten Borrelien in den Zecken; diese Bakterien können zu einer Erkrankung beim Menschen führen, der sogenannten Borreliose. Die Borreliose kann wiederum in verschiedenen Stadien auftreten und zu einem vielfältigen Beschwerdebild führen. Die Borreliose ist mit Antibiotika behandelbar, es existiert aber keine Impfung.

Daher müssen sich all jene, welche gegen die FSME geimpft sind, genauso vor Zeckenbefall schützen wie ungeimpfte! Dazu helfen deckende Kleidung, ein Vermeidungsverhalten (Gehen durch (hohe) Gräser meiden, insbesondere an feuchten Stellen) und ein Sich-Absuchen nach dem Spaziergang. Zeckenabstossende Produkte (im Handel, Drogerie, Apotheke) bieten zusätzlichen Schutz.

Was tun bei einem Zeckenbefall?
Die Zecke mit einer Pinzette möglichst komplett entfernen und die Bissstelle desinfizieren. Kein Öl,  Äther u.ä. verwenden, ein Entfernen unter Drehung macht keinen Sinn. Merken Sie sich die Bissstelle und das Bissdatum und beobachten sie die Hautstelle während ca. 2 Wochen. Sollte es zu einer deutlich spürbaren Entzündung der Bissstelle selber kommen oder zu einer sich flächen- bis ringartig ausdehnenden Hautrötung, kontaktieren Sie Ihre Hausärztin oder Hausarzt. Die Hautrötung kann, muss aber nicht in unmittelbarer Nähe zur festgestellten Bissstelle sein! Kommt es im Abstand von einigen Tagen (bis ca.  zwei Wochen) nach einem Zeckenbefall zu einer grippeartigen Erkrankung (Kopfweh, Fieber, Gliederschmerzen), so ist ebenfalls ein Arztbesuch angezeigt.

Eine vorbeugende Behandlung nach einem Zeckenstich, ohne dass Symptome bestehen, wird aber nicht empfohlen!

Gesundheitsamt
Ambassadorenhof
4509 Solothurn

Telefon 032 627 93 71
Telefax 032 627 93 51

gesundheitsamt@ddi.so.ch

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