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Januar 2008



Buchtitel Arthur Unsichtbar und das Geheimnis der verschwundenen Geister

Arthur Unsichtbar und das Geheimnis der verschwundenen Geister


Arnold, Louise, a.d.Engl. von Uwe-Michael Gutzschhahn. Ill. von Brett Helquist. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 2007. 364 S., geb., Fr. 25.-. ISBN 978-3-596-85204-8.

Kann man Geister eigentlich stehlen? Eine alte Legende über den unheimlichen Einsammler berichtet auf jeden Fall genau von diesem beängstigenden und unfassbaren Tatbestand.

Angefangen hat dieses Abenteuer mit einem Inserat in der Geisterzeitung „Tägliche Petze“. Richtig Spass hat es gemacht, bei Arthur dem Unsichtbaren und seinem Menschenfreund Tom in die Geisterschule zu gehen und sich als Unsichtbare Freunde für die Menschen ausbilden zu lassen. Und jetzt – kein übelriechender Snorgel mehr in der Jungstoilette und keine sockenklauenden Poltergeister mehr. Wo sind die Geister nur geblieben? Was ist bloss mit ihnen geschehen?

Die junge Autorin Louise Arnold weiss, was Jugendliche heute gerne lesen. Sie bietet uns einen spannenden Handlungsablauf mit sympathischen Figuren, die sich beherzt und gemeinsam dem Unheimlichen stellen. Gewürzt wird die Erzählung mit vielen witzigen und überraschenden Details, die hervorragende Situationskomik bieten. Auch dieser zweite Teil von „Arthur Unsichtbar“ überzeugt.

Ab 10 Jahren

Roland Hochstrasser

Buchtitel Dinosaurier

Dinosaurier


Tober, Heike, Ill. von Johann Brandstetter. München: cbj, 2007. 55 S., geb., Fr. 23.60. ISBN 978-3-570-13149-7. (Frag doch mal ... die Maus)

Das Wort „Dino“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „schrecklich“, Saurier heisst übersetzt Echse. Natürlich hat kein Mensch jemals einen echten, lebendigen Dinosaurier gesehen. Dass wir trotzdem so viel über sie wissen, liegt an den zahlreichen versteinerten Überresten der Dinosaurier, die Wissenschaftler in aller Welt ausgraben.

Der erste Dinosaurierknochen, von dem wir heute wissen, tauchte im Jahre 1677 auf. Erst 150 Jahre später kam der englische Forscher William Buckland auf die Idee, dass solche Riesenknochen von gewaltig grossen Echsen stammen könnten. Seither hat sich unser Wissen über diese ausgestorbene Spezies enorm vervielfacht.

Dieses attraktive Buch bietet in kurzen, übersichtlichen Kapiteln vielfältiges und interessantes Wissen für kleine Dino-Forscher an. Schritt für Schritt lässt sich die Welt der Dinosaurier entdecken. Die stimmigen Illustrationen erläutern Zusammenhänge und machen neugierig auf den Text. Wozu brauchte der Lambeosaurus 700 Zähne? – Ganz einfach, frag doch mal die Maus!

Ab 6 Jahren.

Roland Hochstrasser

Buchtitel Echte Freunde

Echte Freunde


Zimakoff, Daniel, a.d. Dänischen v. Kerstin Schöps. Berlin: Berlin Verlag 2007. 166 S., geb., Fr. 26.80. ISBN 978-3-8270-5155-4.

Olivers bester Freund ist schlagfertig, stark und der Anführer der Jungs in der Klasse. Aber: er ist ausgewandert. Das Gerangel um die neue Hackordnung in der Klasse macht Oliver zu schaffen, denn er ist kein Führertyp. Er vermisst seinen Freund sehr. Ausserdem muss er auch noch neben Vitus sitzen, der Leukämie hatte, oft fehlt und nach Krankenhaus und Friedhof riecht. Das neue Schuljahr fängt gar nicht gut an.

Die Neue in der Parallelklasse ist allerdings sehr hübsch und sympathisch. Und sie spielt Schach. Nur dank Vitus’ Schachunterricht hat Oliver Chancen am Schachturnier. Und die packt er. Ein Ende kann Platz für Neues schaffen. Ohne die ausschliessende, enge Freundschaft sind Begegnungen möglich, für die vorher kein Raum gewesen wäre.

Die Geschichte erzählt auf unterhaltsame und spannende Weise von einem prägenden Abschnitt in Olivers Entwicklung, von erster Liebe und was Freundschaft wirklich ausmacht.

Für Buben und Mädchen ab 12 Jahren

Ruth Andraschko

Buchtitel Love Lessons

Love Lessons


Wilson, Jacqueline, a.d. Engl. von Ilse Rothfuss. Düsseldorf: Patmos Verlag 2007. 238 S., geb., Fr. 26.90. ISBN 978-3-7941-8064-6.

Eine 14jährige Städterin, die einen PC-Bildschirm nicht von einem Fernseher unterscheiden kann: Ist so was heute überhaupt noch möglich? Prudence und ihre jüngere Schwester werden von ihrem tyrannischen Vater zu Hause unterrichtet und von der Aussenwelt abgeschnitten erzogen, obwohl sie in einer Kleinstadt leben und eine Buchhandlung führen. Die Mutter ordnet sich ihrem Mann völlig unter.

Mit Hilfe von heimlich gekauften Jugendzeitschriften versucht sich Prudence ein Bild der „normalen“ Gleichaltrigen zu machen. Durch den Schlaganfall des Vaters wird plötzlich alles anders. Die Mutter überwindet ihre anfängliche Hilflosigkeit und schickt die Mädchen in eine öffentliche Schule. Dort müssen diese sehr schnell und schmerzhaft feststellen, dass sie riesige Lücken im Schulstoff haben. Die jüngere Schwester findet rasch Freundinnen und fühlt sich wohl.

Prudence dagegen, bisher die Starke und Gescheite in der Familie, tut sich sehr schwer mit dem neuen Leben. Sie stellt fest, dass die Wirklichkeit weit weg ist von den Teenies der Jugendzeitschriften. Und an der Schule ist der junge Kunstlehrer der Einzige, der ihr freundlich und verständnisvoll begegnet. Die aufkeimende Liebe zwischen Schülerin und Lehrer ist sehr schön, aber auch unmöglich und verboten.

Als der Vater nach ein paar Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist er von seinem Tyrannenthron gestürzt, seine Frau und die Töchter nehmen ihr Leben endlich selbst in die Hand. Die erste grosse Liebe wird zart und respektvoll dargestellt. Auch die Sehnsüchte, Pflichten und die Zerrissenheit des Lehrers sind glaubwürdig. Er verhält sich dem Mädchen gegenüber fair und ermöglicht ihr dadurch schmerzhafte, aber wichtige Erfahrungen, die sie gestärkt ihre Zukunft angehen lassen. Auch die Erkenntnis, dass die meisten Jugendlichen in Wirklichkeit weit weniger stylish, wohlhabend und sexerfahren sind, als in den Zeitschriften dargestellt, ist sehr wohltuend und nimmt Druck weg.

Ab 14 Jahren

Ruth Andraschko

Buchtitel Paula und die Leichtigkeit des Seins

Paula und die Leichtigkeit des Seins


Drvenkar Zoran, Ill. von Peter Schössow. Berlin: Bloomsbury 2007. 87 S., geb., Fr. 23.50.
ISBN 978-3-8270-5196-7

Paula ist acht Jahre alt und dick. Niemand aus ihrer riesigen Familie ist so dick wie sie. Und plötzlich hat jeder Kreuzschmerzen und kann sie nicht mehr hochheben. Ausser ihr Patenonkel Hiram. Der wirft sie sogar so hoch in die Luft, dass Paula nicht mehr runter kommt. Und oben bei den Wolken ist sie leichter als eine Libellenfeder. Alles zureden ihrer Familie nützt nichts, Paula bleibt in der Luft, denn jetzt ist sie sehr stur. Ein ganzes Jahr schwebt sie über ihrem Garten. Und dank Internet verbreitet sich die Geschichte von Paulas Leichtigkeit in der ganzen Welt und bald wimmelt es am Himmel vor dicken Kindern.

Der Autor erzählt die Geschichte sehr zart und liebevoll, ohne Schuldzuweisung an die Eltern, den gegenwärtigen Schlankheitswahn oder an das übergewichtige Kind. Beinahe gleichwertig zum kurzen Text stehen die ausdruckstarken Illustrationen in Tintenblau und Orange. Nach der Lektüre schweben viele Fragen im Kopf: Kann eine parallele Wirklichkeit die Lösung sein? Was müsste geändert werden, damit dieses Gefühl von Minderwertigkeit nicht entstehen könnte? Haben die Eltern etwas falsch gemacht? Auch wenn der Ausgang der Geschichte vielleicht nicht überzeugt: sie ist eine hervorragende Diskussionsgrundlage zum Thema Übergewicht und Ausgrenzung.

Ab 8 Jahren

Ruth Andraschko

Buchtitel Spionagering Rosa Nelke: ein Fall für Perry Clifton

Spionagering Rosa Nelke: ein Fall für Perry Clifton


Ecke, Wolfgang, Köln: Boje Verlag, 2007. 251 S., geb., Fr. 23.50.
ISBN 978-3-414-82038-9.

Der Name Wolfgang Ecke ist zu einem Begriff für anspruchsvolle und fesselnde Unterhaltung geworden. Seine Bücher beziehen ihre Spannung aus der Aufforderung zum Mitdenken, durch lebendige und humorvolle Dialoge und nicht durch übertriebene Gewalt und flache Action.

In diesem Buch werden rund zwanzig Abenteuer mit seinem beliebten Detektiv Perry Clifton zusammengefasst. Eine längere Erzählung, ein paar Hörspiele und etliche der beliebten Krimirätsel. Entstanden ist ein kniffliges Vergnügen, das auch heute noch zu überzeugen vermag. Erstklassige Unterhaltung mit Kultstatus.

Ab 10 Jahren

Roland Hochstrasser

Fragen zu Lesen.so beantwortet Eva Mathez