Nakno, Hitori, A. d. Japan. von Antje Bockel. Hamburg: Carlsen, 2007. 425 S., brosch., Fr. 24.90. (ISBN 978-3-551-58173-0).
"Train Man" ist in Japan zu einem eigentlichen Gesellschaftsphänomen geworden. Unter diesem Nickname nimmt ein junger Mann an einem Internetforum teil und erzählt dort von Hermès. Er hat sie in der U-Bahn kannengelernt, wo er sie vor den Übergriffen eines Betrunkenen bewahren konnte. Als sie ihm darauf zwei kostbare Teetassen als Dankeschön schickt, ist Train Man wie verzaubert - und völlig hilflos. Mit Computerspiele und Comics kennt er sich aus, aber mit Frauen? Doch seine Chat-Freunde stehen ihm bei, sie beraten ihn, fiebern mit ihm, feuern ihn an bei seinen ersten, ungelenken Schritte auf dem neuen Terrain "Liebe"...
Für Leser und Leserinnen, die keine oder nur rudimentäre Erfahrungen mit Chatten haben, ist dieses Buch eine Herausforderung. Umso erstaunlicher, wenn sich plötzlich zwischen all den kryptischen Zeichen, verworrenen Abkürzungen und unvollständigen Sätzen Menschen erahnen lassen, junge Menschen mit Unsicherheiten, mit dem Wunsch nach Nähe, nach einer romantischen Beziehung. Es sind die selben Unsicherheiten und Sehnsüchte, die schon Generationen vor ihnen kannten, nur hat sich das Bild der Sprache offenbar gewandelt.
Ab 14 Jahren
Roland Hochstrasser
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