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Oktober 2006



Die Kinder- und Jugendbibliothek der Zentralbibliothek Solothurn und die Jugendbibliothek Olten empfehlen:

Buchtitel Boot Camp

Boot Camp


Rhue, Morton: Boot Camp. A. d. Amerikan. von Werner Schmitz. Ravensburg: Ravensburger, 2006. 252 S., geb., Fr. 23.60. (3-473-35258-6).

Connor ist 15 Jahre alt. Er ist ein hochintelligenter und frühreifer Junge, der schon bald die Fassadenwelt seiner karrieregeilen Eltern durchschaut. Er will sich nicht anpassen und verliebt sich in seine Lehrerin. Die zwei haben eine Beziehung, was nicht gut in die Scheinwelt der Eltern passt. Diese lassen ihn daraufhin von Profis entführen, die ihn in ein Bootcamp bringen.

Für teures Geld wird er dort verwahrt und soll Gehorsam lernen. Brutal wird er mit Gewalt, Willkür und Grausamkeit konfrontiert. Mit allen Mitteln wird versucht die Persönlichkeit der "widerspenstigen" Jugendlichen zu brechen. Nach einem erfolglosen Fluchtversuch landet er wieder in der Umerziehungsanstalt. Danach bleibt er wehrlos dort bis auch er sich willig seinem Schicksal ergibt.

Morton Rhues packend geschriebener Roman beruht auf Fakten. In den USA gibt es wirklich mehrere solche Erziehungscamps. Ein knallharter, schockierender Bericht. Keine leichte Kost, die aber zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

Entwicklung / Gesellschaft

Ab 14 Jahren

Marianne Heri

Buchtitel Oskar - oder was wäre wenn...?

Oskar - oder was wäre wenn...?


Gralle, Albrecht: Oskar - oder Was wäre wenn...?. Ill. von Michael Wrede. Zürich: Bajazzo, 2006. ., geb., Fr. 24.20. (3-907588-67-3)

Oskar ist ein Junge mit speziellen Fähigkeiten. Er beobachtet Dinge, die andere gar nicht bemerken. Er sieht die Gesichter in den Bäumen, den Stolperstein auf der Strasse und das Buch, das vom Kirchdach fällt. Zum Glück fängt er dieses Buch auf, denn man stelle sich vor, was sonst alles passiert wäre.

Nun spinnt der Autor den Erzählstrang immer weiter und weiter und weiter. Unglaublich was alles passiert wäre, hätte Oskar nicht rechtzeitig reagiert. Die bunten Bilder wirken sehr dynamisch. Dadurch erscheint die Ereigniskette sehr lebendig. Der Text ist verschieden farbig gesetzt
und passt sich durch entsprechende Wellenbewegungen oder verblassendem Schriftbild dem Inhalt an.

Eine deutliche Einladung zum philosophieren und eigenem Spinnen von "Was wäre wenn...."-Geschichten für Familie, Kindergarten und Schule.

Bilderbücher / Philosophisches

Ab 4 Jahren

Sabine Egger

Buchtitel Marabu und Känguruh

Marabu und Känguruh


Marabu und Känguruh. Ill. von Reinhard Michl. Hildesheim: Gerstenberg, 2006. 214 S., geb., Fr. 29.90. (978-3-8067-5114-7).

"In einem leeren Haselstrauch, da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch. Der Erich rechts und links der Franz und mittendrin der freche Hans." Witzige, ernste und auch tiefsinnige Tiergedichte findet man in diesem Sammelwerk.
 
Goethe, Rainer Maria Rilke, Erich Fried, Christian Morgenstern und andere Grossen der Weltliteratur halten hier ein Stelldichein. Die Gedichte sind leicht verständlich und der klare Schriftsatz ermöglicht ein einfaches Lesen. Einige findet man in Schullesebüchern, andere sind unbekannt.

Reinhard Michl versteht es in wunderschönen, leicht ironischen Bildern den Tieren einen menschlichen Ausdruck zu geben. Präzise gezeichnet wirken die Bilder wie eigene Geschichten. Ein tolles Buch.

Gedichte

Ab 8 Jahren

Marianne Heri

Buchtitel So ein Glück!

So ein Glück!


Lindström, Eva: So ein Glück! Geschichten von Mats und Roj. A. d. Schwed. von Brigitta Kicherer. München: Hanser, 2006. 120 S., geb., Fr. 23.70.
(3-446-20697-3)

Wenn man fünfjährig ist wie Roj, sind Nachbarjungen vielleicht wirklich das Beste, was einem passieren kann. So ein Glück hat dieser Roj! Zusammen mit Mats erlebt er viele alltägliche Geschichten und ihre Freundschaft wächst in dem Masse wie beim Leser die Freude an diesem Buch. Da ist zum Beispiel die Geschichte vom kleinen Stein, den Roj mit der Schleuder in den Himmel spickt und der am nächsten Tag genau hinter ihnen wieder zu Boden fällt. Oder die Geschichte vom Kleidertausch, den die Erwachsenen überhaupt nicht realisieren und keiner merkt, dass Mats nun Roj und Roj Mats ist, da die mit ihren ewigen Erwachsenengeschichten beschäftigt sind.

Ein stilles, leises und komisches Buch das einem beim Lesen unweigerlich an die eigene Kindheit erinnert. Leider sind die Illustrationen gewollt kindlich gemalt. Das stört mich, ich finde es peinlich wenn eine Erwachsene versucht den kindlich unverdorbenen Malstil nachzuahmen.

Freundschaft / Vorlesen

Ab 4 Jahren

Sabine Egger

Buchtitel Die Herrscherin der Eismark

Die Herrscherin der Eismark


Hill, Stuart: Die Herrscherin der Eismark. A. d. Engl. von Wolfram Ströle. München: Nagel + Kimche, 2006. 523 S., geb., Fr. 32.50. (3312009650)

Thirrin Freya Starker Arm Lindenschild wird vierzehn Jahre alt und ist für ihr Alter recht gross. Sie ist die Thronerbin der Eismark und kann so gut reiten wie die besten Soldaten ihres Vaters. Ein tempramentvolles Mädchen. Doch verliert sie früh ihren Vater König Rodrich. Nach seinem Tod wird sie zur Herrscherin über die Eismark.

Nun muss sie die Heimat gegen die Armee von Scipio Bellorum verteidigen. Der Hexensohn Oskan hilft ihr bei dieser Aufgabe. Er kann in die Zukunft sehen und empfiehlt ihr die barbarischen Völker als Verbündete zu gewinnen. Es gelingt ihr und die Werwölfe, die Vampire und die Eisleoparden unterstützen sie im Kampf gegen die erbarmungslose Armee des Feindes. Eine Zeit voller Kriege und Kämpfe beginnt. Aber Thirrin meistert mit ihren Freunden diese schwierige Zeit und tritt am Ende als Siegerin hervor.

Für Mädchen in diesem Alter wird Thirrin mit ihrer mutigen und selbstbewussten Art zu einer Identifikationsfigur. Sie behauptet sich in der eher "männlichen" Welt der Kriege. Die Fantasy-Geschichte ist leicht zu lesen und es passiert viel.

Fantasy

Ab 12 Jahren

Marianne Heri

Buchtitel Brüder: der Älteste, der Stillste, der Echteste, der Fernste, der Liebste, der Schnellste und ich

Brüder


Moeyaert, Bart: Brüder: der Älteste, der Stillste, der Echteste, der Fernste, der Liebste, der Schnellste und ich. A. d. Niederlä. von Mirjam Pressler. München: Hanser, 2006. 166 S., geb., Fr. 27.20.
(3-446-20790-2)

Was ist das für ein Gefühl, mit sechs Brüdern aufzuwachsen - und erst noch der Jüngste zu sein? Es ist doch so, oft darf der Kleinste nicht mitmachen, weil er angeblich noch nicht gross genug ist. Die Welt kann ganz schön ungerecht und gemein sein.

Der heute 42-jährige, flämische Autor Bart Moeyaert hat das am eigenen Leib erlebt. In diesem Buch erzählt er in über vierzig Episoden aus seiner Kindheit. Die einzelnen Geschichten sind in sich abgeschlossene, poetisch verdichtete Miniaturen, die von Kameradschaft und Streit, von Gemeinsinn und Zank, von Freude und Kummer erzählen.

Der Ton ist heiter, durchzogen von der Gewissheit, in der Familie aufgehoben zu sein. Für alle, die grosse Geschwister haben (oder gerne hätten)!

Familie / Geschwister

Ab 10 Jahren

Roland Hochstrasser

Fragen zu Lesen.so beantwortet Eva Mathez