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Oktober 2004



Die Jugendbibliothek Olten empfiehlt:

Buchtitel Zufällig entdeckt

Zufällig entdeckt


Platt, Richard: Zufällig entdeckt: grosse Erfinder und ihre Geistesblitze. A. d. Engl. von Anne Emmert. Würzburg: Arena, 2004. 95 S., geb., Fr. 23.60.

Wir leben in einer Zeit, in der soviel entdeckt und erfunden wird wie nie zuvor. Wissenschaftler haben das gesamte menschliche Genom entschlüsselt. Das Internet hat unsere Arbeit, die Weiterbildung, das Studium und die Geschäftswelt revolutioniert.

Neue Techniken lassen weitere grosse wissenschaftliche Fortschritte erahnen. Einige Entdeckungen sind dem Zufall zu verdanken, andere sind das Ergebnis jahrelanger Forschung und harter Arbeit.

Dieses wissenschaftliche Bilderbuch versucht für uns, die kurzen Momente in denen einem Wissenschaftler ein Geniestreich gelingt und Ideen für bahnbrechende Erfindungen geboren werden, nachzustellen. Die gut ausgewählten Beispiele aus allen Wissensgebieten machen fassbar, was man mit Neugier und Forschungsdrang ausrichten kann und zeigen, warum die Forschung so wichtig ist. Ein ausführliches Register, ein übersichtliches Glossar und eine vollständige Liste der erwähnten Erfinder und Entdecker runden dieses informative Sachbuch ab.

Für Neugierige ab 12 Jahren.

Buchtitel Hechtsommer

Hechtsommer


Richter, Jutta: Hechstsommer. München: Hanser, 2004. 123 S., geb., Fr. 23.70.


Vom Sterben zu erzählen ist etwas vom Schwierigsten, vor allem in Jugendbüchern. Eine, der es immer wieder gelingt, schwierige Themen auf wunderbar leichte Art darzustellen, ist Jutta Richter. Auch in diesem schmalen Buch gelingt ihr dieses Kunststück.

Anna weiss, dass es nie wieder so sein wird wie in diesem Sommer. Denn die Mutter ihrer beiden besten Freunde, Daniel und Lukas, hat Krebs und liegt im Sterben. Jeden Tag gehen die drei Jugendlichen an den Teich, wo der grosse Hecht zu Hause ist. Daniel glaubt, wenn es ihnen gelingt, den Hecht zu fangen, wird seine Mutter wieder gesund werden. Aber Anna weiss, dass das nicht stimmt. Und dieses Wissen auszuhalten ist ganz schön schwer.

Bilderreich und poetisch erzählt diese packende und berührende Geschichte von der Hoffnung, von Freundschaft, vom Abschiednehmen und gegenseitigem Trösten.

Für nachdenkliche Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren.

Buchtitel Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen

Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen


Schärer, Kathrin: Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen. Ill. von Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis, 2004. Unpag., geb., Fr. 24.80.

An einem Ort, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen, sitzt ein kleiner Hase auf einem Hügel und findet den Heimweg nicht mehr. Da kommt auch schon der Fuchs angeschlichen und sperrt sein grosses Maul auf... So dramatisch beginnt dieses Bilderbuch.

Aber der kleine Hase ist listig und es gelingt ihm natürlich, nicht gefressen zu werden. Die Illustrationen dazu sind gekonnt. Immer wieder findet Kathrin Schärer eine neue, spannende Aufteilung der Bilder-buchseiten. Ihre Figuren zeichnet sie realistisch und doch haben Hase und Fuchs höchst menschliche Züge. In ihrem unverwechselbaren Stil inszeniert die Illustra-torin ein lustiges Spiel mit Gegensätzen.

Ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch mit kindgerechten Zeichnungen, das allen wärmstens empfohlen werden kann.

Eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder ab 4 Jahren.

Buchtitel Die Königsprüfung

Die Königsprüfung


Vervaele, Katrien: Die Königsprüfung. A. d. Holländ. von Silke Schmidt. Frankfurt am Main: Fischer, 2004. 249 S., geb., Fr. 22.60. (Fischer Schatzinsel).

In einer Zeit weit vor unserer Zeit. Der König ist
regierungsunfähig geworden und Unglück kommt über das Land. Seine Söhne Nuca und Myrdinn unterziehen sich auf der Insel der Priesterinnen der Königsprüfung, die entscheiden soll, welcher von beiden ihrem Vater auf den
Thron folgen wird. Nuca ist der Stärkere, impulsiv und aufbrausend, während Myrdinn seinen Geist benutzt, nachdenkt und Rätsel lösen kann.

Die Reise führt die Prüflinge ins Andersland. Prophezeiungen erwarten sie dort, Feen, Lust und Liebe und der Tod. Schliesslich kehren sie zur Insel zurück, verändert, erwachsen. Ihnen wurde ihre Bestimmung offenbart.

Dieser fesselnde Jugendroman lebt aus einem reichen Fundus der keltischen Mythologie. Er verwebt Sagen und Legenden mit geografischen und historischen Fakten. Das alles liest sich leicht und unterhaltend. Für all jene Leserinnen, die Gefallen an möglichst gefühlsvollen, realen Fantasy-Geschichten haben. Eine Fortsetzung ist geplant.

Zum Schwelgen ab 13 Jahren.

Buchtitel Paolos Glück

Paolos Glück


Luchsinger, Sandra: Paolos Glück : eine Geschichte zum Weinen. Ill. von Sandra Luchsinger. Zürich: Atlantis, 2004. Unpag., geb., Fr. 24.80.

Die Geschichte dieses aussergewöhlichen und reizvollen Bilderbuches ist einfach erzählt: Paolo Piangino ist ein sehr glücklicher Mann. Denn er kann weinen. Wenn er traurig ist, trösten ihn seine Tränen, wenn er glücklich ist, machen ihn seine Tränen noch fröhlicher. Fasziniert bemerken die Leute, wie aus Paolos Tränen rote Blumen wachsen. Alle wollen ihn zu sich einladen, alle erhoffen ein paar Tränen von ihm. Doch Paolo wird der Rummel bald zuviel. Heimlich, still und leise macht er sich davon. Die Menschen können zwar Paolos Glück pflücken, festhalten aber können sie es nicht.

Die Illustrationen passen perfekt zu dieser märchenhaften Geschichte und üben eine magische Faszination aus. Sie sind heiter und melancholisch zugleich. Sie sind inhaltsstark und treiben die Geschichte voran. So schön kann weinen sein...

Zum Philosophieren mit Kindern ab 5 Jahren.

Buchtitel Sprung ins kalte Wasser

Sprung ins kalte Wasser


Gutzschhahn, Uwe-Michael (Hrsg.): Sprung ins kalte Wasser. München: Hanser, 2004. 172 S., geb.,
Fr. 25.50.


Erfahrungen vererben sich nicht, alle Menschen müssen sie allein machen. In diesen zwölf Geschichten erzählen junge deutsche Autorinnen von den Entdeckungen und Erfahrungen aus der Zeit des Erwachsenwerdens. Jung sein heisst, vieles zum ersten Mal erleben. Und es bedeutet, mit grossen Hoffnungen in die Zukunft schauen. Leben ist Abenteuer, Freischwimmen das Gebot.

Die Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität und Intensität. Gemeinsam ist ihnen allen eine Grundstimmung, die sich zusammensetzt aus quälenden Schuldgefühlen, traumatischen Begebenheiten und schmerzlichen Erniedrigungen. Sehr geeignet für Diskussionen im Unterricht.

Zum Nachdenken für Jugendliche ab 14 Jahren.

Fragen zu Lesen.so beantwortet Eva Mathez