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Mai 2004



Die Kinder- und Jugendbibliothek der Zentralbibliothek Solothurn empfiehlt:

Buchtitel Familien. Kinder aus aller Welt erzählen von zu Hause

Familien. Kinder aus aller Welt erzählen von zu Hause


Ommer, Uwe: Familien. Kinder aus aller Welt erzählen von zu Hause. Aufgeschrieben von Sophie Furlaud und Pierre Verboud. Hamburg: GEO Verlag 2003. 108 S. geb. Fr. 33.60.

Wie so viele schöne Geschichten beginnt auch diese an Weihnachten. Im Dezember 1995 beschliesst der Fotograf Uwe Ommer auf Weltreise zu gehen. Er beginnt, Pläne für die grosse Tour zu schmieden und im Juli 1996 verlässt er Frankreich und steuert sein erstes Etappenziel an: Grossbritannien.

Nach und nach durchkämmt er die fünf Kontinente, legt 250'000 Kilometer auf Strassen und Staubpisten zurück - eine Strecke, auf der sich per Luftlinie mehr als sechs Mal die Erde umrunden liesse. Er begegnet Menschen an den ungewöhnlichsten Orten und bittet sie, sich mit ihren gesamten Familien vor seiner Kamera aufzustellen. Insgesamt fotografiert Ommer 1'251 Familien aus gut 130 Ländern. Familien wie deine und meine. Ganz erstaunliche, faszinierende Familien wie die der Ndebele in Südafrika, die der Aborigines in Australien oder die der "Paradiesvögel" in Asien.

Vier Jahre später findet die Reise ihren krönenden Abschluss. Alle Fotos werden in einem grossen Buch veröffentlicht. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Die Journalistin Sophie Furlaud und der Lehrer Pierre Verboud, die Uwe Ommer zufällig kennen lernen, schlagen ihm vor, ein Buch für die ganz jungen Leser und Leserinnen zu machen. Und so ist "Familien" entstanden. Das Buch bietet eine Fülle an Informationen zu den Kontinenten und Ländern unserer Erde. Die Fotos regen die Fantasie an und den Wunsch, die eine oder andere Familie kennen zu lernen.

Ein Buch für Kinder, ein Buch für Erwachsene, ein Buch für die ganze Familie. Es verbindet Menschen verschiedener Generationen und Nationen.

Roland Hochstrasser

Buchtitel Popinga geht baden

Popinga geht baden


Schössow, Peter: Popinga geht baden. Hamburg: Carlsen 2003. unpag. kart. Fr. 15.90.

Schön, das! Ein neues Bilderbuch von Popinga. Popinga ist ein grosser, schlaksiger Gentleman mit einem überdimensionierten Zylinderhut auf dem Kopf. Perfekt gekleidet und auf ein korrektes Verhalten erpicht, erlebt er unkomplizierte Alltagsbegebenheiten, die in die Erfahrungswelt der Allerkleinsten passen.

In diesem Band ist ein Besuch am Badestrand angesagt. Das tönt dann so: "Sonne, Meer, Palmen, Sand. Schön, das! Auspacken. Handtuch, Schaufel, Badehose, Ball. Sonnencreme und Sonnenschirm. Liegestuhl. Schnorchel, Taucherbrille, Schwimmflossen. Schwimmring. Schuhe aus, Hose runter, Badehose an. Hut ab, Jacke aus. Hemd aus. Eincremen!" Das aussergewöhnliche an den Büchern rund um Popinga ist das Zusammenspiel von Text und Bild. Der Text ist äusserst schlicht. Eine Aufzählung von Tätigkeiten oder eine Aneinanderreihung von Gegenständen. Das macht ihn rhythmisch und melodiös. Die Illustrationen wirken einfach, sind aber raffiniert gestaltet. Sie zeigen ausgewählte Details und klare Situationen. Meisterhaft ist das Spiel mit den Farben und dem Licht. Zusammen gibt das witzige, originelle und unterhaltende Bilderbücher.

Ein besonderes Seh- und Vorlesevergnügen für Kinder ab drei Jahren.

Roland Hochstrasser

Buchtitel Lisabeth und die knallharten Piraten

Lisabeth und die knallharten Piraten


Hamilton, Richard: Lisabeth und die knallharten Piraten. Ill. von Sam Hearn. A.d.Englischen. Berlin: Berlin Verlag 2004. Reihe: Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher. 138 S. geb. Fr. 19.70.

Ja, knallhart und ruppig und abscheulich ist sie, diese Piratenbande. Obwohl ihr Kapitän kein B... B... B... Blut sehen kann. Nicht einmal aussprechen kann er das Wort. Und natürlich sind sie auf der Suche nach Gold und Juwelen, nach einem richtig grossen Schatz.

Vorerst finden sie aber nur ein kleines, fröhliches Mädchen auf einem einsam dahintreibenden Schiff. Und jetzt zeigt sich, wie weichherzig und fürsorglich diese Piraten und ihr Käptn in Wirklichkeit sind. Gemeinsam ziehen sie die kleine Lisabeth auf und werden sich dabei bewusst, dass sie der wahre Schatz ist, nach dem sie solange gesucht haben.

Eine abenteuerliche und spannend geschriebene Geschichte mit Figuren, die man einfach liebgewinnt. Ausserdem ist die Handlung voller Humor und Situationskomik und über die vielen witzigen Zeichnungen werden sich Kinder besonders freuen. Speziell zum Lachen und zur Unterhaltung für Kinder ab der vierten Klasse, zum Vorlesen schon eher.

Christine Ryser

Buchtitel An einem grossen stillen See

An einem grossen stillen See


Richter, Jutta: An einem grossen stillen See. Illustriert von Susanne Janssen. München: Hanser 2003. 63 S. geb. Fr. 26.20.

Wenn zwei sich zusammen fürchten, wird die Furcht kleiner. Dieses Motto ist eine schöne Zusammenfassung von diesem besonderen Buch. Da ist ein Kind. Es wohnt an einem grossen stillen See in einem kleinen gelben Haus. Und es fürchtet sich vor der Nacht. Und da ist ein Mann. Er wohnt in einer grossen grauen Stadt in einem hohen weissen Haus. Auch er fürchtet sich vor der Nacht. Gemeinsam überwinden sie die Angst. Sie erzählen sich Geschichten von Engeln, die begleiten, schützen und helfen. Mit jeder Geschichte wird die Angst etwas kleiner. Gemeinsam fassen sie Mut

Ein poetisches Gutenachtbuch, das immer wieder zu überraschen vermag. Besonders auch durch die aussergewöhnlichen Illustrationen. Sie zeigen keine vertrauten Bilder von Engeln. Oft sehen wir nur einen Kopf, ein zufriedenes, in sich ruhendes Gesicht. Die Engel träumen, sie scheinen sich ausserhalb der Zeit zu bewegen, ruhig und furchtlos. In dieser Spirale der Ewigkeit kann am Ende des Buches die Geschichte wieder neu beginnen... Sehr empfohlen zum Vorlesen, als Gutenachtgeschichte und gegen Ängste jeder Art.

Ab etwa sechs Jahren.

Roland Hochstrasser

Buchtitel Lauf, Junge, lauf

Lauf, Junge, lauf


Orlev, Uri: Lauf, Junge, lauf. Roman. A.d.Hebräischen von Mirjam Pressler. Basel: Beltz & Gelberg, 2004. 228 S. geb. Fr. 27.20.

Die Geschichte spielt zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Jurek ist ungefähr neun Jahre alt, als sein Vater im Warschauer Ghetto verhaftet wird. Als er auch seine Mutter verliert, flüchtet er auf abenteuerlichen Wegen aus dem Ghetto. Ganz allein schlägt er sich bis zum Ende des Krieges durch. Er lebt in Wäldern, lernt auf Bäumen zu schlafen und mit Steinschleudern Eichhörnchen zu jagen. Aus Einsamkeit sucht er immer wieder Dörfer auf und trifft dabei auf Menschen, die ihm helfen, aber auch auf solche, die ihn verraten.

Uri Orlev ist einer der weltbesten Kinder- und Jugendbuchautoren. In seinem neusten Buch erzählt er sehr ergreifend eine Geschichte, die man so schnell nicht vergessen wird. Die Handlung basiert auf dem Bericht eines Mannes, der als Kind den Holocaust überlebte und seine jüdische Identität nur langsam wiederfand

Ein wunderschönes Buch, das Jugendliche ab 13, aber auch Erwachsene lesen sollten.

Christine Ryser

Buchtitel Von Rittern und Burgen

Von Rittern und Burgen


Turnbull, Stephanie ; King, Colin (Ill.): Von Rittern und Burgen. A.d.Englischen. Würzburg: Ed. Bücherbär im Arena Verlag, 2003. Reihe: Sachwissen für Erstleser. 30 S. geb. Fr. 12.10.

Im Mittelalter gab es zwar noch kein Fernsehen, aber langweilig war es dennoch nicht! Akrobaten zogen von Burg zu Burg, Musikanten sangen und spielten auf ihren Instrumenten und auf vielen Burgen lebte ein Hofnarr, dessen Beruf es war, die Menschen zum Lachen zu bringen.

All dies, aber auch wie eine Burg von innen aussah, wie die Falkenjagd funktionierte oder was es an einem Festmahl zu essen gab, erfährt man aus diesem spannenden und vielseitigen Sachbuch. Die grosse Schrift, die einfache Sprache und die klare und übersichtliche Textgliederung eignen sich schon für Kinder im ersten Lesealter oder auch für ältere Kinder mit Leseschwierigkeiten. Dem Sprachverständnis kommen auch die zahlreichen Zeichnungen und vielen Fotos von alten Burgen entgegen.

Empfohlen für Kinder ab der ersten Klasse, auch geeignet für den Themenunterricht in der Schule

Christine Ryser

Fragen zu Lesen.so beantwortet Eva Mathez