Kadefors, Sara: Sandor slash Ida. A.d.Schwedischen von Maike Dörries. Hamburg: Carlsen, 2004. 315 S., geb.
Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, die beiden Hauptakteure dieses eindrücklichen Jugendbuches: Sandor, ein Junge aus gutbürgerlichem Haus, in der Schule eher ein Aussenseiter, der in seiner Freizeit Ballett tanzt und ausserdem keine Erfahrung mit Mädchen hat. Und Ida, die wunderschön ist, überall im Mittelpunkt steht und schon so viele Erfahrungen mit Jungens hat, dass sie nichts mehr von ihnen wissen will.
Beide sind mit ihrem Leben unglücklich, fühlen sich einsam und sind auf der Suche nach Veränderungen, nach Nähe, nach sich selbst. Ihre Suche führt sie zueinander, anonym zuerst, im Chatroom, über E-Mails und am Telefon, später lernen sie sich persönlich kennen.
Fesselnd und flüssig erzählt die schwedische Autorin in ihrem ersten Jugendbuch die Entwicklung einer schwierigen Beziehung zwischen zwei jungen Menschen, die einem Umfeld, das sie eher hemmt als fördert, zu entkommen suchen. Viele Gefühle werden angesprochen: Die Angst vor Nähe und gleichzeitig vor dem Ausgeschlossen werden, wenn man nicht den gängigen Vorstellungen entspricht. Das Entdecken und Erleben der Liebe und der Sexualität und der eigenen Unsicherheit.
Sandor und Ida sind zwei Figuren, die jungen Leserinnen und Lesern ab 13 Jahren viel zu bieten haben, nicht zuletzt ein spannendes und eindrückliches Leseerlebnis.
Christine Ryser
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