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Januar 2004



Die Jugendbibliothek Olten empfiehlt:

Buchtitel Furcht erregende Darbietungen

Furcht erregende Darbietungen


Ardagh, Philip: Furcht erregende Darbietungen. Ill. von David Roberts. A. d. Engl. von Harry Rowohlt. München: Omnibus, 2003. 128 S., geb., Fr. 17.40.

Furcht erregende Darbietungen" ist die Fortsetzung von "Schlimmes Ende", worin Eddi Dickens, unser jugendlicher Held und eine Reihe anderer bemerkenswerter Figuren, zum ersten Mal auf die lesende Öffentlichkeit losgelassen wurden. Man braucht "Schlimmes Ende" nicht zu kennen, um aus diesem neuen Buch hier schlau zu werden. Es erzählt nämlich von sich aus eine eigene Geschichte. Und was für eine! Es fängt alles ganz harmlos mit einem verlassenen Leichenwagen an. Eine gewaltige Explosion durchkreuzt alle Versuche, den Sarg zurück in den Wagen zu befördern. Und dann taucht auch noch der Grosse Zucchini auf, seines Zeichens Eskamoteur und Eskapologe, kurz: Entfesselungskünstler.

Übertreibung und Understatement sind die brillanten Eigenschaften des Autors. Harry Rowohlt hat den großartigen Sprachwitz und die Dynamik der Geschichte wunderbar ins Deutsche übertragen. Die Mischung stimmt und ergibt eine vergnügliche Erzählung für alle, die exzentrischen Humor lieben.

Ab 10

Roland Hochstrasser

Buchtitel Der Weisse Wolf

Der Weisse Wolf


Recheis, Käthe: Der weisse Wolf. Ill. von Stuart Matthews. Freiburg: Kerle im Herder, 2003. 338 S., geb., Fr. 26.30.

Seit mehr als zwanzig Jahren ist diese Fantasy-Geschichte von Käthe Recheis nun ununterbrochen lieferbar und zählt zu den Klassikern dieses Genre. Jetzt ist der Roman in einer neu gestalten Auflage erschienen.

Drei Kinder aus verschiedenen Welten finden zusammen um das Land Aran von der Macht- und Eroberungspolitik des Grossen Gond zu befreien. Sie werden gefangen genommen und geraten dabei in Todesgefahr. Sie müssen die Strapazen eines langen, mühevollen Weges auf sich nehmen, sie finden dafür aber Freundschaft, Mut und Freiheit.

Die Geschichte ist vielschichtig, sie wird packend und gradlinig erzählt. Der Text wirkt immer noch aktuell und ist auf mehreren Ebenen zu lesen: als spannende Geschichte, als Erzählung einer Selbstfindung und als moderne Göttersage. Eine faszinierende und lohnende Lektüre, die eine zeitlos gültige Botschaft vermittelt.

Ab 12

Roland Hochstrasser

Buchtitel Hatten Dinos Karies?

Hatten Dinos Karies?


Berger, Ulrike: Hatten Dinos Karies? Verblüffende Antworten über die Saurier. Ill. von Detlef Kersten. Freiburg: Velber im OZ, 2003. 44 S., geb., Fr. 19.50. (Was Kinder wissen wollen Bd. 9).

Wer fragt, bekommt eine Antwort! - Versprechen wir jedenfalls unseren Kindern.

Doch dann kommt wieder eine dieser kindertypischen Fragen, ob Dinosaurier zum Beispiel Karies hatten? Oder wer schneller wäre: Rennpferde oder Dinos? Oder warum die Vorderbeine des Tyranosaurus so klein waren? Und jede dieser Fragen kann uns in Verlegenheit stürzen.

Umso besser, dass es diese Buch gibt. Es stellt spannende Fragen und liefert die verblüffenden Antworten gleich mit. Die Texte sind leicht verständlich und gut vermittelbar. Das Bildmaterial ist aussagekräftig und attraktiv. Die Illustrationen sind lustig und zeigen, was Sache ist. Ein rundum gelungenes Sachbuch für die kleinen (und grossen) Fans von Dinosauriern.

Ab 6

Roland Hochstrasser

Buchtitel Eddy und sein bester Freund

Eddy und sein bester Freund


Weeks, Sarah: Eddy und sein bester Freund. A. d. Amerikan. von Nina Schindler. Hildesheim: Gerstenberg, 2003. 121 S., geb., Fr. 19.50.

Eddy und Matts sind beste Freunde. Sie können herrlich zusammen rumalbern. Aber hie und da (nicht allzu oft) auch ernsthaft sein und zum Beispiel darüber nachdenken, was das ist, Schicksal. Oder wie es zu ihrer Freundschaft kam.

Solche Gespräche dürfen aber nicht zu lange dauern und verlangen nach einem coolen Spruch. "Ergib dich oder stirb!" ruft Eddy Matts nach. Und dieser ergreift die Flucht, jagt auf seinem Fahrrad um die nächste Kurve - und wird von einem Auto angefahren. Während die Ärzte um Matts' Leben kämpfen, wandert Eddy die Krankenhausflure auf und ab. Ein Leben ohne den allerbesten Freund der Welt kann er sich einfach nicht vorstellen!
 
Auch der vierte Band von und um Eddy ist souverän erzählt und überzeugt durch die gekonnte Mischung aus Tragik und Komik. Natürlich kommt alles wieder gut. Die Wartezeit im Spital nutzt Eddy um an den Beginn ihrer Freundschaft zurück zu denken. Seine Erinnerungen sind anrührend und humorvoll und für die Zielgruppe absolut nachvollziehbar. Eines der schönsten Bücher seit langem.

Ab 11

Roland Hochstrasser

Buchtitel Wild wüst weitergezaubert

Wild wüst weitergezaubert


Gliori, Debi: Wild wüst weitergezaubert. A. d. Engl. von Frank Böhmert. Hamburg: Dressler, 2003.
252 S., geb., Fr. 21.20.

Wie schmuggelt man ein Krokodil, einen Greif, einen Yeti und einen sehr kleinen und schrecklich gut erzogenen Drachen in ein Hotel? Vor diesem bedeutungsvollen Problem steht die Familie Strega-Borgia. Das Dach ihres Schlosses ist eingestürzt und die ganze Familie, samt Hofstaat, muss ins Hotel umziehen. Als ob das nicht schon für genug Wirbel sorgen würde, versucht sich Titus, der wissenschaftlich interessierte Spross der Familie, an einem Klon-Experiment. Das Chaos ist vorprogrammiert!

Ein überaus vergnügliches Buch voller verrückter Einfälle und Situationskomik. Die Autorin versteht ihr Handwerk. Die Figuren werden zwar stark karikiert, aber der Spannungsbogen stimmt, und die verschiedenen Parallelhandlungen gehen am Schluss wunderbar auf. Lesefutter nicht nur für begeisterte Leser und Leserinnen.

Ab 10

Roland Hochstrasser

Buchtitel Mimus

Mimus


Thal, Lilli: Mimus. Hildesheim: Gerstenberg, 2003. 445 S., geb., Fr. 25.80.

Ein richtiger Schmöker, mit allem was dazu gehört. Es gibt einen klassischen Helden, der klug, mutig, und liebenswert ist. Und es gibt einen unsympathischen Helden, der zuerst charakterlos und falsch scheint. Dazu kommen Verrat, Erniedrigung und Gewalt.

Die Geschichte dazu: der lang ersehnte Friedensschluss zwischen den verfeindeten Königreichen Monfiel und Vinland erweisst sich als Falle. Nur Florian, Kronprinz von Monfiel, entgeht dem Kerker. Aus einer Laune heraus gibt ihn der hinterhältige König von Vinland in die Lehre zu Mimus, dem Hofnarren. Florian verliert alles, die Stellung als Prinz, seine Freiheit, ja selbst seine Seele wird ihm abgesprochen. Der Hofnarr lehrt Florian sich anzupassen und sich zu unterwerfen. Doch auch die Stunde der Narren wird schlagen...

Die Idee, einen Hofnarren ins Zentrum der Handlung zu stellen, ist bestechend. Sie bietet ungewohnte und faszinierende Schilderungen vom Leben auf einer Burg im Mittelalter und sie zeigt auf, was es bedeuten mag, "schauspielern" zu müssen (Mimus = urspr. Schauspieler der Antike). Die Geschichte und Figuren überzeugen durchwegs. Der Spannungsbogen und das Lesevergnügen werden bis zum Schluss aufrechterhalten.

Ab 13

Roland Hochstrasser

Fragen zu Lesen.so beantwortet Eva Mathez