Deans, Sis: Ricky rennt. A.d.Amerikanischen von Karen Nölle-Fischer. Hamburg: Cecilie Dressler Verlag, 2003. 191 S. geb. Fr. 21.90.
Elfjährig ist Ricky Gordon, als sein Vater bei einem Autounfall stirbt. Dass dein Alter seinen Pick-up an der Todeskurve in den Graben gefahren hat, ist das Beste, was er je für deine Familie getan hat.
Obwohl Ricky insgeheim auch dieser Meinung ist, findet er, dass Bugsie, ein Junge aus der sechsten Klasse, der doppelt so gross ist wie er, kein Recht zu dieser Aussage hat.
Es beginnt eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden Jungen und um den ständigen Schlägereien mit Bugsie zu entgehen, fährt Rocky nicht mehr mit dem Schulbus nach Hause, sondern geht zu Fuss. Mit der Zeit gewinnt er Spass an der Sache, fängt an zu joggen und dann zu laufen und zeigt schlussendlich allen mit einem verrückten Wettrennen gegen den Schulbus, dass er alles andere als ein Schwächling ist.
Diese wunderbare, gut und spannend erzählte Geschichte enthält viel Komisches und Humorvolles, aber auch Trauriges. Gewalt in der Familie, ein Vater, der dreinschlägt, eine Mutter, die sich erst nach dessen Tod entwickeln kann, Kinder, die sich selber helfen und viel Mut im Familien- und Schulalltag zeigen ¿ mit all diesen Themen geht der Autor sehr einfühlsam und verständnisvoll um.
Ein besonderes Leseerlebnis für Jugendliche ab 12 Jahren.
Christine Ryser
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