Museum Altes Zeughaus
Museum Altes Zeughaus Solothurn - “Wehrgeschichte in neuem Licht”
Solothurn, 18. August 2010 - Der Regierungsrat hat das Museumskonzept für das Museum Altes Zeughaus Solothurn (MAZ) beschlossen und damit eine Neuausrichtung des Museums abgesegnet. Für die Erneuerung der Ausstellungen stellt er einen Beitrag von 2,5 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds in Aussicht. Im Zentrum des Konzepts steht die neue Botschaft des Museums, die auf der Einzigartigkeit des historischen Zeughausgebäudes und der Masse seiner originalen Sammlungsbestände aufbaut. Als kulturhistorisches Museum mit Schwerpunkt Wehrgeschichte soll das MAZ zukünftig auch Ort des Dialogs und der Reflexion zum Thema Konflikte und deren Lösungsansätze sein. Das Konzept befasst sich mit Überlegungen zum Zielpublikum, zum Ausstellungs- und Vermittlungsangebot, zur Sammlungspolitik sowie zur räumlichen Umsetzung dieser Vorhaben. Mit der Neuausrichtung ist auch eine bauliche Sanierung vorgesehen.
![]() |
Rüstung Museum Altes Zeughaus, Solothurn |
Waffenlager zur Machtdemonstration – zur Geschichte des Hauses
Der Bau des Alten Zeughauses (1609–1614) geht zurück auf die Zeit, als der französische Botschafter im Stadtstaat Solothurn residierte. Hier verhandelte er im Auftrag der französischen Krone mit eidgenössischen Unternehmerfamilien. Diese Familien rekrutierten kriegstaugliche junge Männer aus der Eidgenossenschaft und vermittelten sie als Söldner an die europäischen Grossmächte, vor allem Frankreich. Im Zeughaus wurde in dieser Zeit die persönliche Wehr-Ausrüstung der Solothurner Bürger aufbewahrt, und das Haus diente als Waffen- und Rüstungslager für den Söldnerhandel. Das imposante Gebäude war nicht nur Lagerort, sondern auch Repräsentationsbau und Symbol für die Wehrhaftigkeit Solothurns.
Im Zuge der französischen Revolutionsbewegungen änderte sich das politische und gesellschaftliche Klima in der Stadt im Laufe des 19. Jahrhunderts grundlegend. Der französische Botschafter wurde 1792 aus Solothurn abberufen und auch das Zeughaus erfuhr eine Neudefinition. Auf dem Weg zum Schweizerischen Bundesstaat 1848 und in den Folgejahren, diente es vermehrt als Ort, an dem die Schweizer Gründungsmythen erzählt wurden. Davon zeugt heute noch die Inszenierung des „Stanser Verkommnis 1481“ im zweiten Stock.
Mit der Gründung des Bundesstaates ging neu auch eine zentral organisierte, eidgenössische Armeeordnung einher; vorher hatte sich jeder Kanton selbst um sein Militärwesen gekümmert. Die Umsetzung dieser neuen Struktur in der Schweizer Armee war ein längerer Prozess, der auch die Nutzung des Zeughauses beeinflusste. Mit dem Bundesgesetz über die Militärorganisation von 1907 wurde der Betrieb im Alten Zeughaus schliesslich eingestellt und das Neue Zeughaus an der Luzernerstrasse eröffnet. Seither ist das Alte Zeughaus ein Museum und untersteht heute dem kantonalen Amt für Kultur und Sport im Departement für Bildung und Kultur.



