Projektbeschrieb
Das Projekt "Durchblick in die Urzeit"
Die Landschaft und die Steine, welche diese Landschaft formen, betrachten Viele als ein Inbegriff der Beständigkeit. Man beklagt allseits die Veränderungen, die der Mensch heute dieser Landschaft aufzwingt. Dass sich das Landschaftsbild aber auch ohne Zutun des Menschen im Lauf der Jahrmillionen grundlegend verändert hat, soll durch dieses Projekt verständlich gemacht werden. An acht Stellen des Kantons Solothurn wurde je ein Fenster aufgestellt, durch das man – unterstützt von einer Informationstafel – ein Blick zurück in die geologische Vergangenheit werfen kann.
Zahlenspiel mit der Solothurner Zahl
Warum es gerade acht Durchblicke sein müssen, ist in einem Zahlenspiel begründet: Setzt man nämlich die Solothurner Zahl 11 hoch acht (118), d.h., multipliziert man sie acht mal mit sich selbst, so erhält man 214'358'881 oder fast 215 Millionen. Und 215 Millionen Jahre ist das Alter des ältesten Gesteins unseres Kantons.
Wir feierten siebenhundert Jahre Eidgenossenschaft und das Jahr Zweitausend seit Christi Geburt. Warum sollen wir nicht auch einmal auf 20 Millionen Jahre Aare oder auf das älteste Gestein des Kantons anstossen? Warum soll nicht auch einmal den wahrlich weltbewegenden Ereignissen der Urzeit ein Denkmal gesetzt werden? Diese Idee veranlasste den ehemaligen Solothurner Kantonsgeologen, Peter Jordan, zusammen mit Kathrin Eigenmann aus Röschenz, das Projekt "Durchblick in die Urzeit" auszuarbeiten.
Acht Solothurner Firmen und Institutionen liessen sich von der Idee begeistern und übernahmen je einen der Durchblicke als Sponsor. Und dank dieser Unterstützung konnte das Projekt dann auch realisiert werden.
Ein Fenster und eine Infotafel
Ein Durchblick besteht in der Regel aus einem leeren Rahmen und einem Pult. Der leere Rahmen ist das Fenster zur Urzeit. Es lenkt den Blick in die Richtung der geologischen Sehenswürdigkeit. Es vermittelt zwischen heute und längst vergangenen Zeiten. Das Fenster animiert den Betrachter, die Landschaft einmal anders anzuschauen und nach Spuren der Vergangenheit abzusuchen.
Man darf sich aber ruhig auch einmal auf die andere Seite des Fensters stellen und – quasi als Dinosaurier – in die ferne Zukunft blicken. Vielleicht sieht man die heutige Welt dann plötzlich mit anderen Augen.
Auf dem Pult, das in einigen Schritten vom Fenster aufgestellt ist, ist eine farbige Informationstafel montiert, welche den Durchblick in die Urzeit auf anschauliche, lockere und mit etwas Humor gewürzte Weise erklärt. Alle acht Standorte verfügen über eine solche Informationstafel, aber nur vier über ein Fenster, wie es eben beschrieben wurde.
Auf Schloss Gilgenberg bei Zullwil lenkt ein echtes Burgfenster den Blick auf das geologische Naturwunder. An drei weiteren Standorten, dem Belchen, der Schwängimatt bei Balsthal und der Wandflue bei den Grenchenbergen, musste nachträglich vom ursprünglichen Konzept abgewichen werden. Die Fensterrahmen so nahe am Abgrund, als Kletterstangen missbraucht, wären ein zu grosses Sicherheitsrisiko gewesen. So bleibt es hier den Informationstafeln allein überlassen, den Blick einzufangen und in die richtige Richtung zu lenken.



