Hochwasserschutz
Überschwemmungen gehören zum natürlichen Charakter von Fliessgewässern. Bedingt durch die zunehmende Besiedlung in Gewässernähe und die intensivere Nutzung von Untergeschossen ist das Schadenpotenzial in den letzten Jahren aber deutlich angestiegen. Allein entlang der Aare zwischen Olten und Aarau und am Lauf der Emme auf Solothurner Kantonsgebiet könnten im Extremfall Schäden von mehr als 900 Mio. Franken eintreten. Es braucht deshalb Massnahmen, welche den Schutz der Menschen und den Schutz von erheblichen Sachwerten verbessern.
Optimierter Hochwasserschutz und aufgewertete Gewässer als Ziel
Bäche und Flüsse sind heute auf weite Strecken kanalartig verbaut, fliessen entlang befestigter Ufer oder gar unterirdisch. Es fehlt an natürlichen Überschwemmungsflächen zum Rückhalt der Hochwasser und generell an genügend Raum für die Gewässer. Die Verwüstungen der letzten Jahre haben es gezeigt – Fliessgewässer lieben enge Korsetts nicht. Die Wasserbaugesetzgebung von Bund und Kanton schreibt deshalb vor, dass der Hochwasserschutz nicht mehr allein durch die Verbauung der Gewässer und ihrer Ufer erfolgen darf. Zum schadlosen Ableiten und Zurückhalten von Hochwasser muss den Fliessgewässern mehr Raum zur Verfügung gestellt werden. Dieser Gewässerraum muss von Anlagen und Bauten frei gehalten werden. In Baugebieten müssen infolge der bestehenden Bauten und Anlagen meist andere Lösungen gefunden werden. Aufgrund unserer dichten Besiedlung, dem knappen Boden und den Eigentumsverhältnissen kann dort der angestrebte Raumbedarf für die Gewässer nicht immer umgesetzt werden. Generell ist bei Eingriffen in Gewässer ihr natürlicher Verlauf möglichst beizubehalten oder wiederherzustellen.
Hochwasserschutz und Revitalisierung an der Emme
Der Hochwasserschutz und die Revitalisierung der Emme wird in mehreren Schritten geplant und umgesetzt. Währenddem sich der Emmeabschnitt zwischen der Kantonsgrenze und dem Wehr in Biberist in den Gemeinden Gerlafingen und Biberist in der Bauphase befindet, sind die Massnahmen vom Wehr Biberist bis zur Mündung in die Aare Gegenstand eines Folgeprojektes.
-> Projektinformation Kantonsgrenze bis Wehr Biberist (oberer Abschnitt)
-> Projektinformation Wehr Biberist bis Aare (unterer Abschnitt)
Massnahmen zum Schutz gegen Hochwasser an der Aare zwischen Olten und Aarau
Die Überschwemmungen im Niederamt 2005 und 2007 haben deutlich gezeigt, dass mehrere Siedlungsgebiete gegen Hochwasser der Aare nicht genügend geschützt sind. Erste Massnahmen im Niederamt - Dammbauten von rund 3.5 km Länge - sind geplant und sollen vorgezogen möglichst rasch umgesetzt werden. Weitergehende Massnahmen sind Teil des nachfolgenden Gesamtprojektes.
