Hochwasserschutz Aare
Die Aare ist im Kanton Solothurn Lebensader und Bedrohung zu gleich. Schon im vorletzten Jahrhundert wollten die Bewohner entlang des Flusses den Naherhoungsraum geniessen, Schutz vor dem Hochwasser finden - aber zugleich das Land nutzen. Die Aare wurde in ein enges Korsett gezwungen, die ehemaligen Auen wurden zu Acker- oder sogar zu Bauland. Doch die Geschichte hat gezeigt, dass sich die Natur nicht so einfach beherrschen lässt. Das wilde Wasser hat immer wieder Wege jenseits der von uns gesteckten Grenzen gefunden und dabei grossen Schaden angerichtet.
Hochwasserschutz und Revitalisierung Aare, Olten - Aarau
Ausgangslage
Gefahrenkarte als Grundlage
Projekt I: Dammbauten
Projekt II: Hochwasserschutz und Revitalisierung Olten - Aarau
- geplante Massnahmen
- Finanzierung
- weitere Schritte
Ausgangslage
In den Jahren 2005 und 2007 führten Hochwasser zwischen Olten und Aarau zu Überflutungen und Zerstörungen im Siedlungsgebiet. 2005 und 2006 liess das Amt für Umwelt für diesen Aareabschnitt Modellrechnungen durchführen und eine Gefahrenkarte erstellen, welche die möglichen Überflutungsgebiete darstellt.
Diese Berechnungen bestätigten die Befürchtungen. Grosse Siedlungsgebiete und Infrastrukturanlagen weisen nicht mehr den geforderten Hochwasserschutz auf. Zum Vergrössern des Abflussprofils und damit der Abflusskapazität sind Gerinneaufweitungen und Seitengerinne vorgesehen. Um grossflächige Überflutungen zu verhindern, sind aber auch Schutzbauten am Ufer i(z.B. Dämme) unumgänglich.
Gefahrenkarte als Grundlage
In den kommunalen Gefahrenkarten sind die Hochwasserschutz-Defizite erfasst und dargestellt.
Die Karten dienten als Grundlage für eine umfassende Gefahrenanalyse, für die Festlegung der Schutzziele und der notwendigen wasserbaulichen Massnahmen.
Projekt I: Vorgezogene Dammbauten
Aufgrund des Hochwassers vom Anfang August 2007 werden in einer ersten Etappe die Hochwasserschutzdämme in den Gemeinden Gretzenbach, Schönenwerd und Niedergösgen und kurze Zeit später in Dulliken/Obergösgen erstellt. Diese Dämme führen zu einer deutlichen Verbesserung des Hochwasserschutzes in den Gebieten mit dem grössten Schadenpotential. Die Bauarbeiten werden Mitte März 2010 aufgenommen.
Projekt II: Hochwasserschutz und Revitalisierung Aare, Olten - Aarau
Mit dem Projekt soll der Hochwasserschutz gewährleistet und gleichzeitig der Naturwert des Gewässerlebensraum aufgewertet werden. Unterhaltsmassnahmen und andere menschliche Einriffe sollen sich zukünftig auf ein Minimum beschränken.
geplante Massnahmen:
Vergrössern des Abflussprofils und der Abflusskapazität (Massnahmen am Gerinne) durch
- punktuelles Aufweiten des bestehenden Gerinnes
- Erstellen neuer Seitengerinne für den ständigen Abfluss
- punktuelles Abtragen des bestehenden Ufers
- Anheben der Uferlinie an definierten Stellen
- ergänzende ökologische Aufwertungsmassnahmen im Projektperimeter
Finanzierung
Die Gesamtkosten des Projekts betragen aufgrund der heutigen Kenntnisse rund 15 Mio. Franken. Diese werden zwischen Bund, Kanton und den betroffenen Gemeinden aufgeteilt.
Öffentliche Mitwirkung
Die öffentliche Mitwirkung begann mit einer Orientierungsveranstaltung am 17. November 2009 in der Mehrzweckhalle in Obergösgen. Ab dem 18. November 2009 lagen die Entwürfe des Mitwirkungsprojektes in Olten, Winznau, Däniken, Dulliken, Obergösgen, Gretzenbach, Schönenwerd, Niedergösgen, Erlinsbach SO und Eppenberg-Wöschnau öffentlich auf. Die Unterlagen konnten ab 18. November 2009 von der Homepage des Amtes für Umwelt heruntergeladen werden. Bis Ende Januar 2010 gingen 26 Mitwirkungsbeiträge ein. Das Bau- und Justizdepartement hat zu den einzelnen Beiträgen eine ausführliche Stellungnahme verfasst. Darin wird auch aufgezeigt, wie die vorgebrachten Anliegen im Rahmen der weiteren Planung berücksichtigt werden sollen.
Die Stellungnahme des Bau- und Justizdepartements zu den Mitwirkungsbeiträgen sind in einem sogenannten „Mitwirkungsbericht“ zusammengestellt. Dieser Bericht kann heruntergeladen werden.




