Kleinseen
Die beiden einzigen Seen des Kantons Solothurn, der Burgäschisee und der Inkwilersee, verdanken ihre Existenz dem am Ende der letzten Eiszeit zurückgewichenen Rhonegletscher. Vor 15'000 bis 20'000 Jahren formten diese Eismassen die Landschaft, hinterliessen Moränenhügel, Toteislöcher und in der Folge Seen. Die natürliche Entwicklung führte zur Verlandung der stehenden Gewässer und zur Bildung von Mooren.
Der Inkwilersee
Der Inkwilersee ist ein kleiner See an der Grenze der Kantone Solothurn und Bern. Es ist ein äusserst flaches Gewässer. Es misst an der tiefsten Stelle nur fünf Meter. Der Inkwilersee ist sehr nährstoffreich, nicht nur weil unerwünschte Nährstoffe von aussen zugeführt werden, sondern auch weil er selbst viele Nährstoffe enthält und sich damit selber düngt.
Der See befindet sich heute in der letzten Phase seiner Entwicklung vom offenen Gewässer zum Flachmoor. Soll der Inkwilersee als Erholungsraum für die Bevölkerung erhalten werden, müssen Konzepte zur Verhinderung der Verlandung erarbeitet werden. Erste Massnahmen (Renaturierung der Zuflüsse Dägernmoosbach, Moosbach sowie Rückhaltebecken für Erosionsmaterial) wurden in den vergangenen Jahren unter Federführung des AfU realisiert. Zudem wurde im Winter 2007 / 08 seit Jahrzehnten erstmals wieder ausgeholzt, um die gefährdeten Pflanzen zu fördern und Neophyten zu bekämpfen.
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Archäologische Funde am Inkwilersee
Während der Pfahlbauerzeit gab es am Ufer des Inkwilersees zahlreiche Siedlungen. An verschiedenen Stellen stiess man bei Ausgrabungen auf Fundgegestände. Im Frühjahr 2007 wurden die Pfahlbauten (nur unter Wasser) durch Taucher untersucht. Man fand Keramik und ein seltenes Kinder-Holzschwert.
Pfahlbauten: Kandidatur als Unesco - Weltkulturerbe
Prähistorische Siedlungsreste in Seen und Mooren des Alpenraumes (Pfahlbauten) zählen zu den bedeutendsten archäologischen Kulturgütern Europas.
An der Kandidatur beteiligen sich unter der Federführung der Schweiz fünf weitere Alpenländer. Ein Entscheid der Unesco ist im 2011 zu erwarten. In der Schweiz liegen insgesamt 157 Fundstellen, darunter auch ein Teil des Inkwilersees. Dieser füllt eine wichtige Fundlücke zwischen den Pfahlbausiedlungen zwischen der Zentral-/Ost- und Westschweiz.
Der Burgäschisee
Die Fläche des hydrologischen Einzugsgebietes des Burgäschisees beträgt 319 Hektaren, die Seefläche 20.7 Hektaren, die maximale Seetiefe 30 m und das Seevolumen 2 Mio. m3. Der Kleinsee liegt zur Hälfte, das Einzugsgebiet zu ca. einem Drittel auf Berner Kantonsgebiet. Der See wird vom Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft des Kantons Bern in Zusammenarbeit mit dem Kanton Solothurn überwacht.
Geschichte
Das ursprünglich von grossflächigen Mooren dominierte Einzugsgebiet entwässerte noch anfangs des letzten Jahrhunderts durch viele Gräben und Bäche in den See. In den 1940er-Jahren wurden Teile des Einzugsgebietes entwässert, in Kulturland umgewandelt und der Seespiegel abgesenkt. Ein grosses Moorgebiet und eine intakte Verlandungszone wurden so zerstört und der See selber nachhaltig beeinflusst. Veränderungen führten zu einer Überdüngung des Sees. Die völlig ungenügenden Sauerstoffverhältnisse haben 1977 die Kantone Solothurn und Bern veranlasst, eine Tiefenwasserableitung im Bürgäschisee zu installieren. Die Bilanz nach 30 Jahren fällt durchzogen aus. Um den Seezustand langfristig zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlechtern, wird aber die Tiefenwasserableitung weiter betrieben. Gleichzeitig müssen Massnahmen im Einzugsgebiert getroffen oder weitergeführt werden, welche den Nährstoffeintrag reduzieren.





