Boden - ein kostbares Gut
Boden, wir stehen auf ihm, wir befahren ihn, wir nutzen ihn als Anbaufläche und zur Erholung und bauen Häuser und Straßen auf ihm. Boden ist unsere lebendige Grundlage. Der Zustand des Bodens und seine Beschaffenheit beeinflussen die Wasserqualität, den Wasserhaushalt, die Vegetation, sowie die Güte vieler unserer Nahrungsmittel. Boden lässt sich nicht vermehren. Mehr als 1000 Jahre benötigt die Natur, um ihn zu schaffen.
Boden ist der belebte oberste Teil der Erdkruste. Die Eigenschaften und Charakteristik des Bodens ist abhängig von der Art des Ausgangsgesteins (Geologie), Relief, Klima, Lebewesen und der Zeit. Auf Grund ihrer unterschiedlichen Entstehungsgeschichte gibt es verschiedene Bodentypen.
Boden entsteht durch die Umwandlung von mineralischen und organischen Substanzen. Das geologische Ausgangsmaterial wird durch Wind, Regen und der Wechsel von Kälte und Wärme verwittert. Aus den sich langsam zersetzenden Gesteinsteilchen können erste Pionierpflanzen Nährstoffe beziehen. Die abgestorbenen Reste dieser Pioniervegetation werden durch den Einfluss der Witterung, durch Tiere, Bakterien und Pilze in ihre organischen Bestandteile zerlegt und Humus entsteht.
Ein gut entwickelter Boden besteht aus mineralischen und organischen Bestandteilen, Wasser, Luft und unzähligen verschiedensten Bodelebewesen. Zwischen den einzelnen Bodenteilchen befindet sich ein zusammenhängendes System von Hohlräumen, so genannte Poren in denen Wasser gespeichert werden kann und Luft zirkuliert.
Eine intakte Bodenstruktur ist eine charakteristische und stabile räumliche Anordnung der Bodenbestandteile Sand, Schluff, Ton und Humus und ist notwendig, damit der Boden seine Funktionen wahrnehmen kann. Beim Krümelgefüge sind Bodenaggregate von einer dünnen Humusschicht umgeben. Diese Ton-Humus-Kalk-Komplexe führen zu einer natürlichen Stabilität. Krümel zeugen von einer hohen biologischen Aktivität des Bodens und sind vor allem von der Regenwurmtätigkeit abhängig. Die Krümelstruktur bietet eine hohe Stabilität gegenüber Verschlämmung und kann gleichzeitig von Wurzeln gut durchdrungen werden. Durch die Bearbeitung und das Befahren des Bodens kann die Krümelstruktur beschädigt werden.
Die Vielzahl an Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien, welche in einem gesunden Boden leben, sind neben der Bodenbildung sehr wichtig für den Nährstoffkreislauf. Abgestorbene Pflanzenteile und Lebewesen werden von anderen Lebewesen abgebaut und die darin enthaltenen Nährstoffe wieder für neues Wachstum verfügbar.
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(z.v.g. uwe Kt. LU) |
Boden hat einen charakteristischen Aufbau von der Oberfläche bis in die Tiefe. So können Böden in verschiedene Schichten so genannte Horizonte eingeteilt werden. Die oberste Schicht, der Oberboden (A-Horizont) weist ungefähr eine Mächtigkeit von 15-35 cm auf und ist geprägt durch die Humusbildung. Aus diesem Grund ist dieser auch deutlich dunkler als der Unterboden. Der Oberboden ist ausserdem reich an Mineralien und Nährstoffen, welche für das Pflanzenwachstum wichtig sind. Der Unterboden (B-Horizont) bildet ein wichtiges Reservoir für Wasser und Nährstoffe und bietet Raum für die Verankerung von Wurzeln. Die Schichtdicke des Unterbodens liegt ungefähr zwischen 30 – 80 cm. Im Untergrund liegt der sogenannte C-Horizont vor. Dieser Horizont besteht aus unverwittertem Muttergestein und bildet ein wichtiges Wasserreservoir.
Böden erfüllen unzählige wichtige Funktionen, so bilden sie unter anderem die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen und sichern unsere Ernährung. Auch die Nutzung von Böden ist sehr unterschiedlich. Zum einen sind sie Produktionsstandorte für Nutzpflanzen und Viehwirtschaft, aber Böden dienen auch als Baustoff und als Grundlage für Wohnen, Arbeit und Freizeit. Böden leisten viel, sind aber auch sehr verletzlich. Eine zu intensive oder falsche Nutzung kann Böden stark beeinträchtigen oder irreversiblen Schaden zufügen, sei dies z.B. durch Bodenverdichtung oder Erosion. Schadstoffe aus der Luft oder durch direkten Eintrag führen zu einer bleibenden chemischen Belastungen des Bodens und beeinträchtigen die Bodenfruchtbarkeit langfristig.





